Busquin: EU soll Führung in der biowissenschaftlichen Forschung von morgen übernehmen
EU-Forschungskommissar Philippe Busquin hat zu einem kohärenten und koordinierten Ansatz in der Forschung im Bereich Biowissenschaften in der EU aufgerufen, um so zu garantieren, dass die EU bei den wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen der Zukunft eine Vorreiterrolle einnehmen wird. Auf einer Konferenz über "Biowissenschaften: Risiken, Ethik und Gesellschaft" am 22. Oktober in Paris sprach Kommissar Busquin über "Biowissenschaften im Rahmen der Europäischen Union". Er sagte: "War das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der toten Materie, so wird das 21. Jahrhundert das der lebenden Materie sein. Ein "kohärenter, zukunftsorientierter Standpunkt" sei erforderlich, wolle die EU in den kommenden Jahrzehnten bei den wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen eine Führungsposition übernehmen. Busquin ist der Auffassung, dass eine europäische Dimension für die künftige Forschung im Bereich der Biowissenschaften von entscheidender Bedeutung und dass eine transnationale Forschungsinfrastruktur erforderlich ist, um bei den neuen Entwicklungen mit an vorderster Front zu bleiben, wie beispielsweise in der Stammzellenforschung oder im Post-Genom-Zeitalter. Er fügte hinzu, dass ethische und Sicherheitsfragen, die etwa durch Probleme wie Bioterrorismus, Rinderwahnsinn und verseuchte Blutkonserven aufgeworfen werden, Debatten über die gesamte EU hinweg auslösen; außerdem werde die Notwendigkeit, diese Fragen europaweit anzugehen, dadurch noch verstärkt, dass sich Aussichten, Lebensstil und Erwartungen innerhalb der EU ähneln. Busquin forderte, dass die Vorschläge für das nächste FTE-Rahmenprogramm, RP6, nicht nur Veränderungen im Inhalt, sondern auch im Ausblick aufweisen sollten. Er sagte, das neue Rahmenprogramm habe zum Ziel, die Integration von Forschungstätigkeiten über die gesamte EU hinweg zu erleichtern, und in künftige Forschungsverträge könnten Maßnahmen aufgenommen werden, die die Interaktion mit der Öffentlichkeit und den Medien fördern sollen. Er erklärte: "Wenn ein Wissenschaftler nicht aus seinem Labor herauskommt, um seine Arbeit zu erklären und den Menschen zuzuhören, dann läuft er Gefahr, nach und nach die öffentliche Unterstützung zu verlieren - die finanzielle ebenso wie die moralische und soziale."