Bahnbrechende neue Standards lassen auf mehr E-Commerce in Europa hoffen
Nachdem Verbraucher- und Wirtschaftsvertreter am 10.Dezember zu einer bahnbrechenden Einigung über vorbildliche Online-Geschäftspraktiken gelangt sind, zeichnet sich eine Zunahme des elektronischen Handels und insbesondere der Einkäufe von Verbrauchern im Internet ab. David Byrne, für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission, begrüßte den Schritt und erklärte, die Einigung schaffe ein neues Umfeld für Online-Einkäufe der Verbraucher. "Indem wir einen gemeinsamen europäischen Standard für vorbildliche Geschäftspraxis online für den Umgang mit Verbrauchern festlegen, schaffen wir einen unkomplizierten, benutzerfreundlichen Weg für die Verbraucher, Websites ausfindig zu machen, über die sie ohne Vorbehalte kaufen können", sagte er. Die Einigung, ein weiterer Beitrag für die Schaffung der europäischen Informationsgesellschaft, sei auf Grund der Zusammenarbeit zwischen Verbraucher- und Wirtschaftsvertretern besonders wichtig. Sie eröffne "neue Möglichkeiten für die zukünftige Zusammenarbeit von Industrie und Verbrauchern bei entsprechenden Themen", so Eric Jonnaert, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verbraucher/Marketing von UNICE (Union der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas). Jim Murray, Direktor des Europäischen Büros der Verbraucherverbände BEUC, erklärte, das vorgeschlagene System sollte Verbraucher in die Lage versetzen, schneller herauszufinden, welchen Websites sie vertrauen können. Die Einigung umfasst die Festlegung von Standards für den Datenschutz, vorvertragliche Informationen, kommerzielle Kommunikationen sowie Zahlungen und Sicherheitsleistungen. Man erwartet, dass sie zur "E-Confidence" (Vertrauen in den elektronischen Geschäftsverkehr) beiträgt, sodass die Einkäufe im Internet zunehmen. Der Einzelhandel erzielt zurzeit nur zweiProzent seines Umsatzes online. Zahlreiche Beteiligte, darunter die Kommission, halten den Mangel an E-Confidence für den ausschlaggebenden Faktor für das geringe Ausmaß des Online-Handels in Europa. Eine kürzlich vorgelegte Untersuchung der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) betrachtete die Verfahren zur Verifikation von E-Commerce-Websites. Sie fand heraus, dass bis zur Zertifizierung durchschnittlich ein bis vier Arbeitstage vergehen und Kosten in Höhe von 2500 bis 3500Euro entstehen. Am gründlichsten wurden die Bereiche Werbung und Sicherheit, die Identität des Anbieters und das Bestellverfahren geprüft. Auf Grundlage der erzielten Einigung dürfte die Standardisierung der Klassifikation von Websites einfacher und womöglich auch billiger werden.