Deutschland hat Spitzenposition in RP5 inne
Eine Studie über die Beteiligung Frankreichs und anderer europäischer Länder am Fünften Rahmenprogramm für Forschung, RP5, hat ergeben, dass Deutschland sich von allen EU-Staaten am stärksten an dem Programm beteiligt. Im Rahmen der von der Beobachtungsstelle für Wissenschaft und Technik ("Observatoire des sciences et des techniques") für die Technologieabteilung des französischen Ministeriums für Forschung durchgeführten Studie wurde die Beteiligung Frankreichs und anderer Mitgliedstaaten am RP5 analysiert. Für die Studie wurden soweit als möglich die Ergebnisse des RP5 mit Statistiken des Vierten Rahmenprogramms, RP4, verglichen. Die Studie hat ergeben, dass Deutschland mit 18,6 Prozent der Beteiligung der Mitgliedstaaten an Forschungsprojekten im Rahmen des RP5 an erster Stelle steht, gefolgt von Frankreich mit 15 Prozent und dem Vereinigten Königreich mit 14,8 Prozent. Luxemburg bildet mit einer Beteiligung von lediglich 0,2 Prozent das Schlusslicht. Die Zahlen zeigen, dass sich für Frankreich seit dem RP4, an dem das Land mit 14,4 Prozent beteiligt war, sehr wenig geändert hat. Das Vereinigte Königreich ist seit dem RP4, als es mit 16,7 Prozent der Beteiligungen an erster Stelle lag, leicht zurückgefallen und Deutschland hat im RP5 die Führung übernommen, nachdem es im RP4 mit 16 Prozent der Programmbeteiligungen an zweiter Stelle lag. Finnland und Italien haben ihre Beteiligungsrate jeweils um etwa 15 Prozent erhöht, während Belgien, Portugal und die Niederlande jeweils einen Rückgang ihrer Beteiligung im Vergleich zum RP4 zu verzeichnen haben. Die drei führenden Länder im RP5, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich, leisten auch einen großen Beitrag zur globalen Beteiligung an den wichtigsten RP5-Forschungssektoren. Deutschland führt die Liste im Bereich Grundlagenforschung und Ausbildung mit 22 Prozent der Projekte in diesem Bereich an, gefolgt von Frankreich mit 17,9 Prozent. Außerdem führt Deutschland mit 16,2 Prozent auch das Feld im Bereich der Forschung zur Unterstützung der öffentlichen Ordnung an, dicht gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 15,9 Prozent. Des Weiteren trägt Deutschland den Löwenanteil an Projekten zur Förderung von industrieller Innovation sowie Sicherheit im Bereich Kernenergie mit 19,4 bzw. 21,5 Prozent. In diesen beiden Bereichen steht Frankreich mit 15,2 Prozent bzw. 17,9 Prozent an zweiter Stelle. Eine Analyse der Spezialisierungen der 15 am RP5 teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten auf bestimmte Forschungsbereiche zeigt, dass Frankreich sich auf Nuklearprogramme sowie Grundlagenforschung und Ausbildung spezialisiert hat, während es kaum an Projekten zur Unterstützung der öffentlichen Ordnung teilnimmt. Für die deutschen Forschungsteams ergab sich ein ähnliches Profil, während für Großbritannien mit einer Spezialisierung auf Forschung zur Unterstützung der öffentlichen Ordnung und nur geringer Beteiligung an Nuklearprojekten sowie Grundlagenforschung und Ausbildung das Gegenteil galt. Die Niederlande, Finnland, Dänemark und Schweden zeigten allesamt einen hohen oder sehr hohen Spezialisierungsgrad in den Bereichen Grundlagenforschung und Ausbildung sowie Unterstützung der öffentlichen Ordnung und einen besonders geringen Spezialisierungsgrad im Bereich Förderung der industriellen Innovation. Spanien, Griechenland und Italien zeigen dagegen allesamt eine starke Spezialisierung in diesem Bereich. Im Rahmen der Studie wurde auch die Forschungszusammenarbeit unter dem RP5 untersucht. Auch hier zeigte sich, dass die "Großen Drei", d.h. Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich, das Feld anführen. Die Teams aus diesen drei Ländern sind an 46 Prozent der Zusammenarbeit beteiligt. Nimmt man Italien, Spanien und die Niederlande hinzu, so sind die sechs Länder zusammen an 72 Prozent der Zusammenarbeit unter dem RP5 beteiligt. Die Studie ergab auch, dass Länder mit geographischen und kulturellen Ähnlichkeiten tendenziell im Rahmen des Programms zusammenarbeiten.