China erwägt die Öffnung von Forschungsprogrammen für die EU
Im Rahmen seiner Politik zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus aller Welt erwägt China die Öffnung von zwei nationalen Forschungsprogrammen für die Europäische Union. Die beiden fraglichen Programme - die so genannten Programme 863 und 973, die im März1986 bzw. März1997 angelaufen sind - betreffen mehrere vorrangige Bereiche der EU. Programm863, ein Hightech-Forschungsförderprogramm, betrifft die Bereiche Biotechnologie, Informationstechnologie, Automatisierung, Energie, neuartige Materialien und Meerestechnologien, während das Programm973, ein nationales Grundlagenforschungsprogramm, die Gebiete Landwirtschaft, Energie, Informationstechnologie, Ressourcen und Umwelt, Gesundheitswesen und Materialien abdeckt. Nach Angaben des chinesischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie will China eine aktivere Rolle in großen internationalen Forschungsprojekten spielen, um so mehr chinesische Naturwissenschaftler zu ermuntern, auf internationaler Ebene präsent zu werden und Möglichkeiten zum Aufbau engerer Beziehungen mit ausländischen Forschungseinrichtungen zu prüfen, was wiederum dem Bekanntheitsgrad der chinesischen Wissenschaft zugute kommen würde. Darüber hinaus hat das für Personalfragen zuständige chinesische Ministerium angekündigt, man werde sich bemühen, chinesische Studenten in Übersee wieder zurück nach China zu locken. In diesem Zusammenhang sollen im Hinblick auf die Entwicklung einer Hightech-Industrie weitere Technologieparks gegründet werden. Der chinesische Wissenschafts- und Technologieverband, die wichtigste Stelle für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit auf die Wissenschaft, hat seinerseits eine landesweite Informationskampagne zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Grundkenntnisse gestartet. Sie betrifft in erster Linie Ausstellungen zu wissenschaftlichen Themen und das Angebot von Kursen für Chinesen. Darüber hinaus werden Anstrengungen unternommen, um das Niveau der naturwissenschaftlichen Kenntnisse unter Regierungsbeamten allgemein anzuheben. Der Verband hat vorgeschlagen, dass jede Provinz und jede Stadt in China ihr eigenes naturwissenschaftliches Museum erhält, und angeboten, Hochschulen und Forschungsinstitute bei der Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen zu unterstützen. Anfang des Jahres hatte der Verband zusammen mit der chinesischen Regierung eine wissenschaftliche Informationskampagne in den ländlichen Gebieten des Landes gestartet, bei der naturwissenschaftliche Ausstellungen und Redner diese Regionen bereisten.