Einsatz führender Tools der Informationsgesellschaft in Europa nimmt weiter zu
Der Einsatz von PCs (Personal Computer), Internet und Mobiltelefonen nimmt in Europa weiter zu. Das belegen die von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, vorgelegten Zahlen, die auf Untersuchungen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) basieren. Die Zahl der in der EU verwendeten PCs ist im Jahr 2000 um rund 16 Prozent von 93 auf 108 Millionen gestiegen. Rund 35 Prozent der EU-Bevölkerung (über 15 Jahren) hatten einen Desktop-PC zu Hause, 5 Prozent besaßen ein Laptop. Nach der rapiden Zunahme der Mobilfunknutzer in den vergangenen Jahren hat sich das Wachstum im Jahr 2000 verlangsamt, doch die Zahl der Kunden in der EU liegt mittlerweile immerhin bei 63 von 100 Einwohnern. Die Zahl der Internet-Hosts in Europa hat 2000 um 30 Prozent und 2001 um weitere 28 Prozent zugenommen und betrug im Januar 2002 13,5 Millionen (weltweit gibt es über 140 Millionen Internet-Hosts). Da der Internet-Einsatz weiterhin im Zunehmen begriffen ist, haben die für Telekommunikation zuständigen Minister der EU in dieser Woche eine Entschließung verabschiedet, die den Internetzugang für 37 Millionen Behinderte in Europa erleichtern soll. Auf ihrem Treffen am 25. März in Brüssel verabschiedeten die Minister eine Entschließung, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, Bestimmungen umzusetzen, die den Zugang zum Internet erleichtern, vor allem die international anerkannte Norm für die Erstellung zugänglicher Websites. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf den Bericht der Kommission vom 25. September 2001 über den Zugang zur Informationstechnologie für Behinderte sowie für die zunehmende Zahl älterer Menschen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu neuen Kommunikationsmedien haben. Der Rat genehmigte ferner zwei Entscheidungen, die 1999 hinsichtlich des Programms "Elektronischer Datenaustausch zwischen den Verwaltungen" (IDA) eingeführt worden waren. Die erste legt Leitlinien und Projekte von gemeinsamem Interesse für diese transeuropäischen Netze fest, während die zweite Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer Interoperabilität zum Gegenstand hat. Die Kommission hat am 14. September 2001 einige Änderungen an diesen Texten vorgeschlagen, insbesondere: - Änderungen auf Grund rechtlicher und sachlicher Zwänge: Anpassung des Komitologieverfahrens, Ausweitung des IDA-Programms auf Malta und die Türkei; - Einführung eines finanziellen Rahmens: Es wird vorgeschlagen, für die "Leitlinien"-Entscheidung einen Haushalt in Höhe von 39,8 Millionen Euro und für die "Interoperabilitäts"-Entscheidung einen Haushalt in Höhe von 34,2 Millionen Euro für den Zeitraum von 2002 bis 2004 bereitzustellen. - und schließlich Änderungen auf Grund neuer Initiativen, insbesondere des Aktionsplans eEurope. Der Rat erzielte über diese Änderungen eine Übereinkunft und bat die Präsidentschaft, das Europäische Parlament informell über diese gemeinsame Leitlinie zu unterrichten, damit in der ersten Lesung eine Einigung zustande kommen kann (die Vorschläge unterliegen der Mitentscheidung). Nach dem Treffen des Rats äußerte das für die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied Erkki Liikanen, dass das IDA-Programm eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Online-Verwaltungsprogramms "eGovernance" spielen sollte.