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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Fraunhofer-Gesellschaft äußert den Wunsch, beim Aufbau des Europäischen Forschungsraums mitzuwirken

In einer Rede vor einem Brüsseler Publikum am 10. April äußerte der Präsident der deutschen Forschungsorganisation Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Hans-Jürgen Warnecke, den Wunsch, dass sich die Organisation an weiteren paneuropäischen Forschungsprojekten beteiligt. Zudem r...

In einer Rede vor einem Brüsseler Publikum am 10. April äußerte der Präsident der deutschen Forschungsorganisation Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Hans-Jürgen Warnecke, den Wunsch, dass sich die Organisation an weiteren paneuropäischen Forschungsprojekten beteiligt. Zudem rief er die Direktoren der einzelnen Fraunhofer-Institute dazu auf, es als ihre Aufgabe zu betrachten, beim Aufbau des Europäischen Forschungsraums (EFR) mitzuwirken. Die Stellungnahme wurde an dem Tag abgegeben, an dem sich Vertreter der Fraunhofer-Gesellschaft mit Vertretern der Kommission trafen, um die neuen Instrumente für das Sechste Rahmenprogramm (RP6) zu erörtern. Professor Warnecke gab bekannt, dass die Organisation bereits einen Entwurf für ein integriertes Projekt, eines der von der Kommission für das RP6 vorgeschlagenen neuen Instrumente, erarbeitet hat. Die Organisation hat vom 9. bis 11. April ihre Jahresversammlung der Direktoren der Institute der Fraunhofer-Gesellschaft erstmalig in Brüssel statt in München abgehalten. Mit dieser Maßnahme sollte gegenüber den Direktoren betont werden, dass die Organisation einen europäischen Weg einschlagen müsse, und der Außenwelt sollte damit signalisiert werden, dass die Fraunhofer-Gesellschaft in Europa aktiv werden wolle, sagte Professor Warnecke. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin begrüßte die Entscheidung, die Konferenz in Brüssel abzuhalten, was er als eine Maßnahme beschrieb, die "mehr als ein Symbol dafür [ist], dass der Europäische Forschungsraum auf Kurs gebracht ist und Realität wird". Die Fraunhofer-Gesellschaft ist eine nationale, mit öffentlichen Geldern finanzierte Organisation für angewandte Forschung mit insgesamt 56 Instituten. Fast zwei Drittel ihres jährlichen Forschungshaushalts in Höhe von einer Milliarde Euro werden durch Vertragsarbeiten abgedeckt, die für die Industrie sowie für staatliche und öffentliche Institutionen durchgeführt werden, wobei der Restbetrag von Bund und Ländern stammt. Die Organisation hat bereits Standorte in Asien und den USA sowie in Europa, sieht jedoch noch eine stärkere Kooperation in Europa vor. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat bereits ein Büro in Brüssel eingerichtet, um eine aktivere Rolle in der europäischen Forschungspolitik spielen zu können, und hat eine Reihe von Jointventures mit anderen Forschungsinstituten in EU-Mitgliedstaaten durchgeführt, darunter in Paris (Frankreich), Göteborg (Schweden) und Mailand (Italien) und darüber hinaus in Zilina (Slowakei). Die Organisation war außerdem an über 350 Projekten im Fünften Rahmenprogramm beteiligt. Professor Warnecke erklärte, dass die Fraunhofer-Gesellschaft im Ausland nicht als unerwünschte Konkurrenz für nationale Forschungsorganisationen betrachtet werden sollte. Durch Jointventures "werden sich ergänzende wissenschaftliche Kompetenzen beider Organisationen zusammengeführt", sagte Professor Warnecke. "Diese Jointventures sind nach unserem Verständnis die ersten integrierenden 'europäischen Institute': Sie werden von nationalen Forschungsorganisationen aus verschiedenen Ländern mit einer gemeinsamen europäischen Vision geleitet." Die Fraunhofer-Gesellschaft verfahre derzeit nach zwei Prinzipien, von denen ihre Aktivitäten geleitet würden, sagte Professor Warnecke. "Die Fraunhofer-Gesellschaft muss als derzeit größte Vertragsforschungsorganisation in Europa ihrerseits an der Gestaltung der Forschungsintegration beteiligt werden", sagte der Präsident der Organisation und führte aus, wie diese bei der Einführung neuer langfristiger Forschungsstrukturen aktiv involviert werden solle. Darüber hinaus müsse die Fraunhofer-Gesellschaft auch das Risikomanagement mitberücksichtigen, was bedeute, Instrumente zu wählen, die für unterschiedliche Szenarien geeignet sind, "welche Art Europa wir auch immer bekommen". Er wies darauf hin, dass die Organisation in der Lage bleiben müsse, sich an zukünftige Entwicklungen, insbesondere die EU-Erweiterung, anzupassen. Professor Warnecke hob hervor, dass sich die Organisation sehr darüber freue, der "Sparringspartner der Kommission für Diskussionen" oder "Projekttester" zu sein. Es gebe jedoch noch weitere Bereiche, in denen die Fraunhofer-Gesellschaft Chancen für eine Verstärkung des europäischen Engagements sehe, sagte Professor Warnecke mit Hinweis auf die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, die Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission und die Förderung der Mobilität bei den Forschern. "Ich versichere Ihnen, dass wir an diesen Themen arbeiten und dass wir auch für Vorschläge von anderer Seite offen sind", sagte er. "Das so genannte Fraunhofermodell kann nicht einfach kopiert und auf andere europäische Länder übertragen werden", schlussfolgerte Professor Warnecke und verwies auf unterschiedliche Forschungskulturen und Forschungsziele. "Doch Europa ist reich an Modellen und Ideen. Daher dürfte ein offener Austausch über die beste Praxis zwischen den Forschungsorganisationen in Europa zu effizienteren Strukturen und Prozessen führen, bei denen beide Seiten voneinander lernen können." Die Europäer müssten mit einer Stimme sprechen, und Professor Warnecke zufolge "konnten wir Wissenschaftler, wenn es um eine internationale Zusammenarbeit geht, uns stets schneller bewegen als die Politiker".

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