Neue Hoffnung für die Behandlung von Gehirntumoren
Um dieser schrecklichen Situation zu begegnen, hatte sich die EU-finanzierte Initiative CELL THERAPY (Harnessing of hematopoietic stem cells for targeting of brain metastases) das Ziel gesetzt, einen Machbarkeitsnachweis für die gezielte Arzneimittelabgabe an Hirnmetastasen mit hämatopoetischen Stammzellen (HSZ) zu liefern. Bei diesem Ansatz würden HSZ konstruiert, um Krebsmedikamente, Antikörper oder Cytokine zur Behandlung von Metastasen zu exprimieren. Das System beruht auf der natürlichen Fähigkeit von Stammzellen, sich an bestimmten Orten im Körper einzunisten. Mithilfe Zellen aus HSZ, die ein fluoreszierendes Protein anstelle eines Anti-Krebs-Medikaments exprimieren, zeigten die Forscher, dass dieses System möglich ist. Sowohl bei Maustests als auch bei Tests am Menschen infiltrierten die Zellen sowohl etablierten als im Entstehen begriffenen Metastasen ohne das gesunde Hirngewebe zu beeinflussen. Weil HSZ auch an die Milz und das Knochenmark verteilt werden, entwickelten die Forscher als nächstes ein System, das therapeutische Mittel nur in Hirnzellen exprimiert. Sie identifizierten zwei Promotor-Moleküle, die nur im Gehirn eingeschaltet werden, um sicherzustellen, dass das Medikament nur auf Gehirntumorzellen zielt. CELL THERAPY hat zum ersten Mal eine sichere, effektive und gezielte Methode zur Behandlung von Hirnmetastasen unter Beweis gestellt. Diese Machbarkeitsstudie bietet Hoffnung für die Zukunft der Hirnkrebsbehandlung.