Meldungen für den Descartes-Preis haben sich seit 2001 verdoppelt
Wie die Europäische Kommission mitteilt, hat sich die Anzahl der eingereichten Projekte für den Descartes-Preis seit letztem Jahr verdoppelt. Außerdem beteiligten sich nun mehr Projekte aus den Bewerberländern und mehr weibliche Projektkoordinatoren. Mit dem Descartes-Preis der Europäischen Kommission, der zum dritten Mal vergeben wird, werden jedes Jahr vorbildliche europäische Forschungsmaßnahmen auf Grundlage der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ausgezeichnet. Die diesjährige Preisverleihung findet am 5. Dezember in München statt. In diesem Jahr gingen 108 Meldungen ein, ungefähr doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Die Anzahl der Länder, die an einem Projekt mitwirken, ist auf durchschnittlich neun gestiegen - im Jahr 2000 waren es noch drei. Außerdem verdreifachte sich der Anteil der Beitrittskandidaten aus Mittel- und Osteuropa in den eingereichten Projekten von 10 Prozent im Jahr 2000 auf nunmehr 30 Prozent. Zudem stieg die Anzahl der Frauen in Leitungsfunktionen von Projekten, die für den Preis gemeldet wurden, von nur acht Prozent im Jahr 2000 auf 13 Prozent. Diese Zahl ist im Übrigen höher als der geschätzte Frauenanteil von fünf bis sieben Prozent in wissenschaftlichen Führungspositionen in Europa. Die Bewertung eines für den Descartes-Preis gemeldeten Projekts erfolgt in zwei Schritten: Die Projekte werden zuerst einem wissenschaftlichen Fachausschuss vorgelegt, der sie nach dem Wert ihrer Ergebnisse, ihrem Beitrag zur Lösung wichtiger wissenschaftlicher und technologischer Probleme und ihrem innovativen Charakter beurteilt. Die Ausschussmitglieder berücksichtigen ferner den "europäischen Mehrwert", d.h. die Qualität der verwirklichten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Projekte, die in die engere Wahl kommen, werden dann einer Jury vorgelegt, die aus Vertretern der Lehre und Forschung, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit besteht. Im vergangenen Jahr mussten sich zwei Projekte den Preis teilen, die für Durchbrüche in der AIDS-Bekämpfung und innovative Forschungen auf dem Gebiet der Chemieproduktion ausgezeichnet wurden.