Busquin: RP5 trug zu europäischer Kohäsion bei
Das Fünfte Rahmenprogramm (RP5) für Forschung habe zur europäischen Kohäsion beigetragen und das Sechste Rahmenprogramm (RP6) und der Europäische Forschungsraum kämen ebenfalls Europas benachteiligten Regionen zugute. So lautete die Botschaft von EU-Forschungskommissar Philippe Busquin auf einer Konferenz über die Rolle der Regionen am 21. Oktober in Mailand (Italien). Der Kommissar ermutigte Europas Regionen, das Beste aus ihren Stärken zu machen und ihre Schwächen nicht zu übertreiben: "Alle Regionen haben Vorzüge und Spitzenbereiche, die ihre Entwicklung unterstützen können." Er betonte auch, dass alle Regionen von der Initiative zur Schaffung paneuropäischer Netzwerke und von der Bündelung der Stärken profitieren werden, nicht nur die, die am weitesten entwickelt sind. "Diese positive Wirkung ist in den laufenden europäischen Forschungsprogrammen bereits sichtbar. Die Auswahl der Projekte beruht ausschließlich auf Spitzenleistungen, es gibt keine Kohäsionskriterien. Und dennoch hatte das Fünfte Rahmenprogramm für Forschung eine positive Auswirkung auf die Kohäsion", meinte Busquin. Im Jahr 2000 machten die vier "Kohäsionsländer" Griechenland, Spanien, Irland und Portugal 16 Prozent der Teilnehmer aus den Mitgliedstaaten am RP5 aus, obwohl aus diesen Ländern nur 11 Prozent der Forscher in der EU kommen. Diese Länder haben auch finanziell profitiert. Sie erhielten 13 Prozent der Gemeinschaftsmittel, trugen jedoch nur fünf Prozent selbst bei. Busquin ist der Ansicht, dass die Vorteile für die weniger reichen Regionen im RP6 sogar noch größer sein werden. "Meine Überzeugung ist, dass die neuen Instrumente den Regionen sogar noch mehr nutzen werden als die derzeitigen Gemeinschaftsprojekte", erklärte er. Der erste Schritt sei, den Regionen die Bedeutung der Forschung stärker bewusst zu machen und sie dann zu ermutigen, sich von regionalen Forschungsprioritäten auf Forschungsziele der Gemeinschaft hin zu bewegen, so der Kommissar. "Die aktive Beteiligung der Regionen ist unverzichtbar für den Erfolg des Europäischen Forschungsraums [und] umgekehrt ist der Europäische Forschungsraum unverzichtbar für den Wohlstand der Regionen", schloss Busquin.