Kommission erläutert ihre Prioritäten für eine nachhaltige Entwicklung im RP6
Im Rahmen des neuen Sechsten Rahmenprogramms (RP6) sollen die EU-Fördermittel für die Forschung im Bereich nachhaltige Entwicklung für Energie-, Verkehrs- und Umweltforschungsprojekte bereitgestellt werden, so die Kommission. In seiner Rede auf der RP6-Eröffnungsveranstaltung am 11. November in Brüssel sagte der Direktor des Energiereferats der GD Forschung Pablo Fernández Ruiz, dass die Kommission Prioritäten ausgewählt habe, die "einen fruchtbaren Boden für Forschungsaktivitäten" im Bereich der nachhaltigen Entwicklung bereiten würden. In seinem Vortrag sagte Fernández Ruiz, dass "die wissenschaftliche Forschung die wichtigste Stütze jedweder Politik für eine nachhaltige Entwicklung" sei, und merkte an, dass die Kommission bei Energieinitiativen nach einer Balance zwischen kurz- und mittelfristigen Projekten einerseits und mittel- und langfristigen Projekten andererseits streben werde. Hinsichtlich der Aktivitäten zur Umweltforschung betonte Fernández Ruiz, dass die Bekämpfung des Klimawandels ein zentrales Ziel sei, gab jedoch zu bedenken, dass keine unmittelbaren Ergebnisse möglich seien. Bestimmte Forschungsbereiche sollen im RP6 Priorität erhalten, wie beispielsweise Wasser, Artenvielfalt, Wüstenbildung, Raumordnung und die Mechanismen schädlicher Treibhausgase. Das wichtigste Ziel der Forschung der Kommission im Verkehrsbereich bestehe darin, Systeme zu finden, die "nahezu keine Emissionen und nahezu keine Unfälle verursachen", so der Direktor. Die zentralen Verkehrsthemen werden sich dem Abbau von Verkehrsstaus, intelligenten Verkehrssystemen, neuen Fahrzeugkonzepten und Brennstoffen, der Revitalisierung der Eisenbahn sowie den Meeres- und Binnenwasserwegen widmen. Der letzte Unterabschnitt zielt auf die Ermittlung verschiedenartiger umweltfreundlicher Energiequellen und die Ermöglichung einer Abkehr von nicht nachhaltigen Lösungen ab. Grundlegende Ziele, so Fernández Ruiz, konzentrieren sich auf die Reduzierung von Treibhausgasen, die Sicherstellung der Energieversorgung und einen wettbewerbsfähigen Energiebinnenmarkt innerhalb der EU. Kurzfristige Energieprojekte widmen sich sauberen Brennstoffen, Methoden zur Energieeinsparung, Ökogebäuden und alternativen Kraftstoffen wie Biokraftstoffen. Zu den langfristigen Themen zählen neue Energiequellen wie beispielsweise Wasserstoff, der Einsatz von Brennstoffzellen, der Transport und die Lagerung von Energie, Biomasse und sauberere fossile Brennstoffsysteme. Fernández Ruiz ging außerdem auf die von Euratom finanzierten Aktivitäten zur Kernenergie ein und sagte, dass das Ziel der EU darin bestehen solle, das Potenzial der Technologie in vollem Maße auszuschöpfen. Die europäischen Politiken zu Kernbrennstoff müssten nach Beratung mit den Bürgern beschlossen werden, so der Direktor. Er hob außerdem die Notwendigkeit von Forschungsmaßnahmen im Bereich der Entsorgung radioaktiver Abfälle und der nuklearen Strahlung hervor. Weitere Forschungsarbeiten im Bereich der Kernfusionstechnologie sollten ebenfalls Priorität erhalten, so Fernández Ruiz.