Finanzspritze für britische Wissenschaft
Die britische Ministerin für Handel und Industrie, Patricia Hewitt, gab am 9. Dezember neue Pläne für den Rekord-Wissenschaftshaushalt des Ministeriums für Handel und Industrie in den nächsten drei Jahren bekannt. Die Pläne umfassen Mittel zur Entwicklung lebensrettender neuer Gesundheitstechniken, zur Auffindung alternativer Energiequellen, zur Unterstützung der ländlichen Wirtschaft, zur Entwicklung der Computer von morgen und zur Förderung von Unternehmen mit der nächsten Generation führender Technologien. "Der Regierung muss gratuliert werden", meinte Ian Halliday, Chief Executive des Particle Physics and Astronomy Research Council (PPARC - Forschungsrat für Teilchenphysik und Astronomie). "Diese dringend erforderliche Investition in die Grundlagenphysik wird es unseren Physikern und Astronomen ermöglichen, auf ihr hohes internationales Ansehen aufzubauen und sich in neuen kooperativen internationalen Programmen zu engagieren." Das Gesamtbudget des PPARC wird von 256 Millionen britischen Pfund (399 Mio. Euro) in 2003/4 auf 291 Millionen britische Pfund (453 Mio. Euro) in 2005/6 steigen. Außerdem erhält er in diesem Zeitraum weitere 31,6 Millionen britische Pfund (49,2 Mio. Euro), um sein E-Science-Programm fortzusetzen, und 5,4 Millionen Pfund (8,4 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung (F&E) von neuen Beschleunigern als Teil eines gemeinsamen Programms mit dem Council for the Central Laboratory of the Research Councils (Rat für das Zentrallabor der Forschungsräte). Des Weiteren wurden dem PPARC neun Millionen britische Pfund (14 Mio. Euro) zugeteilt, um Forschung über Gravitationswellen-Detektion und planetarische Forschung durchzuführen. Das Kernbudget des Engineering and Physical Sciences Research Council (Forschungsrat für Ingenieurwesen und Naturwissenschaften) wird indessen um 26,8 Millionen britische Pfund (41,8 Mio. Euro) für laufende Kosten und um 17,4 Millionen Pfund (27,1 Mio. Euro) für Investitionsausgaben steigen. Außerdem erhält er zusätzliche Mittel für eine Reihe von Programmen in Zusammenarbeit mit anderen Forschungsräten, darunter acht Millionen Pfund (12,5 Mio. Euro) für Forschung über erneuerbare Energien und sieben Millionen Pfund (10,9 Mio. Euro) für ein neues Energieforschungszentrum sowie 60 Millionen Pfund (93,5 Mio. Euro), um das Grundtechnologieprogramm fortzusetzen, 18 Millionen Pfund (28 Mio. Euro) für E-Science und 15,6 Millionen Pfund (24,3 Mio. Euro) für Postgenomik und Proteomik. Wie im Juli angekündigt erhalten die Forschungsräte ab 2005/6 auch zusätzlich 100 Millionen britische Pfund (156 Mio. Euro), um die Bezahlung von Forschern mit Doktorgrad und Doktoranden anzuheben, sowie zusätzliche 120 Millionen Pfund (187 Mio. Euro) pro Jahr ab 2005/6, um einen Teil der "indirekten" Kosten der universitären Forschung zu decken. Hewitt erklärte: "Großbritannien ist hervorragend in der Wissenschaft und wir sind weltweit führend in der Entwicklung neuer Technologien. Diese Regierung verpflichtet sich zu einer nachhaltigen Finanzierung, da die wissenschaftliche Forschung für unseren wirtschaftlichen Wohlstand entscheidend ist." Der Wissenschaftsminister Lord Sainsbury sagte: "Mit einem Prozent der Weltbevölkerung finanzieren wir 4,5 Prozent der weltweiten Wissenschaft, produzieren acht Prozent der wissenschaftlichen Artikel und erhalten neun Prozent der Auszeichnungen. Dieses Geld wird Großbritannien helfen, an der Spitze der weltweiten Wissenschaft zu bleiben. Als Ergebnis der Ausgabenprüfung wird sich die Wachstumsrate des Wissenschaftshaushalts von einem durchschnittlichen Wachstum von sieben Prozent auf zehn Prozent tatsächliches Wachstum erhöhen. Bis 2005 und 2006 wird der Wissenschaftshaushalt fast drei Milliarden britische Pfund (4,7 Milliarden Euro) erreichen - mehr als das Doppelte der Jahre 1997 und 1998." Die Ankündigung über die Finanzierung folgt der Grundsatzrede "Science Matters" ("Wissenschaft ist wichtig") des Premierministers Tony Blair, die er im Mai vor der Royal Society hielt. Darin sagte er: "Wissenschaftliche Entdeckungen gehören zu den aufregendsten Entwicklungen, die in der heutigen Welt geschehen. Wir haben uns zu lange auf Tradition und edle Gesinnung verlassen, um unsere Wissenschaftler zu unterstützen. Wir brauchen eine starke Finanzierung und öffentliche Unterstützung."
Länder
Vereinigtes Königreich