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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Busquin legt seine Vision eines "Europäischen Raums des Wissenschaftsfernsehens" dar

Der für die Forschung zuständige EU-Kommissar Philippe Busquin forderte einen europäischen Ansatz hinsichtlich der Produktion von wissenschaftlichen Fernsehprogrammen in dem Bestreben, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. In seiner Rede vor der Wis...

Der für die Forschung zuständige EU-Kommissar Philippe Busquin forderte einen europäischen Ansatz hinsichtlich der Produktion von wissenschaftlichen Fernsehprogrammen in dem Bestreben, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. In seiner Rede vor der Wissenschafts- und Fernsehkonferenz am 13. Dezember in Paris sagte Busquin, dass die Menschen in Europa sich des Beitrags der Wissenschaft zu ihrer Lebensqualität bewusst wären. Untersuchungen hätten ergeben, so Busquin, dass die Öffentlichkeit an Wissenschaft und Technologie interessiert sei, jedoch halten sich mehr als 60 Prozent der Menschen hinsichtlich der ihr Leben betreffenden Entdeckungen für schlecht informiert. "[...] die Öffentlichkeit kann die Wissenschaft nicht mehr ignorieren", sagte der EU-Kommissar, "und die Wissenschaftler können es sich nicht mehr erlauben, die Öffentlichkeit zu ignorieren. Im 21. Jahrhundert ist der "Elfenbeinturm" keine Option mehr, in Frankreich nicht, und insbesondere nicht in Europa. Ein Dialog ist notwendig, und dabei spielt das Fernsehen eine entscheidende Rolle." Der Kommissar führte jedoch eine Reihe von Herausforderungen auf, die noch bewältigt werden müssen, bevor das Fernsehen eine solche Rolle übernehmen könne. Als erstes seien die Wissenschaftler dahingehend zu mobilisieren, das Fernsehen als ein Instrument zum Verbreiten von Informationen einzusetzen: "Viele Wissenschaftler [...] verstehen, worum es geht. Aber es gibt auch viele, die den Medien im Allgemeinen und dem Fernsehen im Besonderen argwöhnisch gegenüber stehen." Viele Wissenschaftler müssen nach ihrer Erfahrung mit den rücksichtslosen Einstellungen bestimmter Medienbereiche, die mehr an Sensationalismus als an der wissenschaftlichen Wahrheit interessiert sind, wieder ermutigt werden, so Busquin weiter. Die letzte Herausforderung bestehe darin, die Forscher von der Bedeutung des Dialogs mit der Öffentlichkeit, und nicht nur mit ihresgleichen, zu überzeugen: "Informiere die Bürger über die wissenschaftlichen Fortschritte und lasse sie die notwendige Wahl für die Gesellschaft treffen." Diesen Herausforderungen kann nach Busquin nur mit einem entschlossenen europäischen Ansatz hinsichtlich des Verfassens, der Produktion, der Finanzierung und der Ausstrahlung von wissenschaftlichen Programmen begegnet werden. "Ein Europäischer Raum des Wissenschaftsfernsehens sollte daher natürlich ein Teil des Europäischen Forschungsraums sein, der derzeit geschaffen wird", so Busquin. Zur Verwirklichung dieser Vision wird in Europa von Forschern und politischen Entscheidungsträgern eine Reihe von Aktionen geplant oder durchgeführt. Busquin äußerte sich erfreut darüber, dass viele europäische Universitäten ihre Forscher jetzt in Kommunikationstechniken ausbilden würden, was in den USA bereits seit einigen Jahren der Fall ist. Busquin beschrieb, wie die Initiative Wissenschaft und Gesellschaft der Kommission Autoren und Produzenten von fiktionalen Wissenschaftsprogrammen unterstützt und wie das Projekt Media Plus mit seinen 400 Millionen Euro bei der Produktion von wissenschaftlichen Dokumentarfilmen von höchster Qualität einen Beitrag leistet. Er kündigte ferner an, dass durch eine Machbarkeitsstudie die Möglichkeit der Einrichtung einer Website zum Austausch von wissenschaftlichen Bildern und Informationen unter den Forschern und Fernsehfachleuten Europas untersucht würde. Zum Schluss seiner Rede sprach Busquin die Warnung aus, dass der Erfolg nicht billig zu erzielen wäre und dass Qualität ihren Preis habe: "Nur mit einer energischen Anstrengung und einer Vernetzung der Ressourcen, Talente und des Wissens auf einer europäischen Ebene wird sich dieser Versuch auszahlen. Dieses Projekt wird für alle Beteiligten nicht nur ein Willenstest, sondern auch ein Fantasietest sein."

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