MdEP fordert stärkere Beteiligung von Frauen und GFS an EU-Forschung
Das Europäische Parlament hat am 17. Dezember zwei Entschließungen zu Forschung und technologischer Entwicklung angenommen, die Forderungen nach einer stärkeren Beteiligung von Frauen an EU-Forschungsprogrammen und einer bedeutenden Rolle der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) bei der Schaffung des Europäischen Forschungsraums (EFR) enthalten. Die Entschließungen basieren auf zwei Berichten des französischen MdEP Yves Piétrasanta als Reaktion auf zwei Kommissionsberichte: Jahresbericht 2001 über die Tätigkeiten der Europäischen Union im Bereich der Forschung und Jahresbericht der GFS 2001. Dem MdEP zufolge war das Jahr 2001 "von besonderer Bedeutung", da es das letzte Jahr des Fünften Rahmenprogramms (RP5) gewesen sei und in diesem Jahr der EFR auf den Weg gebracht worden sei. Der Bericht wünscht, dass für die Beteiligung von Frauen am Sechsten Rahmenprogramm (RP6) ein Ziel von 50 Prozent gesetzt wird, und bedauert gleichzeitig, dass das Ziel eines 40-prozentigen Anteils unter dem RP5 nicht erreicht wurde. "Die Tatsache, dass der Anteil der Frauen in der Forschung immer noch viel zu gering ist, macht deutlich, dass die EU noch sehr weit davon entfernt ist, ihre Humanressourcen sinnvoll einsetzen zu können und somit das im Rahmen der Strategie von Lissabon gesteckte Ziel, der "wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt" zu werden, zu erreichen", heißt es in dem Bericht. In seinem Bericht fordert Piétrasanta ferner die Kommission nachdrücklich auf, Studien über die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern und finanziell verstärkt zu unterstützen und sich für die Schaffung eines Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen einzusetzen. Die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums ist dem Bericht des MdEP zufolge von sechs Säulen abhängig: einem Gemeinschaftspatent, Leistungsvergleich ("Benchmarking") der verschiedenen nationalen Politiken im Bereich Forschung und Innovation, Kartierung der herausragenden wissenschaftlichen Kapazitäten in Europa, Vernetzung nationaler Programme, Verbesserung der Mobilität der Forscher, indem geklärt wird, wo Hindernisse für diese Mobilität bestehen, und Einrichtung eines wissenschaftlichen und technischen Referenzsystems, gestützt auf die GFS. In dem Bericht heißt es wie folgt: "Als europäische Forschungseinrichtung beteiligt sich die GFS an der Schaffung des Europäischen Forschungsraums, da sie eine Plattform bieten kann, die durch Netzverbund und wissenschaftliche Zusammenarbeit einen wirklichen zusätzlichen Nutzen für die Gemeinschaft erzeugt." Piétrasanta fordert außerdem, dass die Rolle der GFS weiter gestärkt werden solle: "Die GFS sollte für die Politiker, für die Verantwortungsträger in der Europäischen Union, durch ihren Auftrag, wissenschaftliche und technische Unterstützung zu leisten, und angesichts der Tatsache, dass es sich um ein operationelles Instrument handelt, das in der Lage ist, durch seine Laboratorien Grundlagenforschung zu betreiben, eine wichtigere Rolle zukommen."