ACTeN-Initiative strebt Entwicklung elektronischer Inhalte in einem erweiterten Europa an
Im September 2002 ist ein neues, von der Kommission finanziertes Projekt angelaufen, das die Entwicklung einer europäischen Branche für elektronische Inhalte (E-Content) anregen soll. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Beitrittsländern gelegt. ACTeN (Anticipating Content Technology Needs) ist eine gemeinsame Initiative, an der elf Partner aus Bildung, Forschung und Wirtschaft aus zehn EU- und Beitrittsländern beteiligt sind. ACTeN hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird mit einer Million Euro aus dem Abschnitt "Technologien der Informationsgesellschaft" des Fünften Rahmenprogramms gefördert. "Hauptziel des ACTeN-Projekts ist die Förderung eines europäischen Netzes für elektronische Inhalte, das Fachleuten für Inhalte aus allen Ländern den persönlichen Austausch von Informationen und besten Praktiken ermöglicht", so Dr. Andrea Buchholz, Leiterin der EU-Branchenüberwachung bei den Projektkoordinatoren MFG Baden-Württemberg (Agentur für Medien und IT-Entwicklung), Deutschland. Dies ist eine besonders wichtige Anforderung im Hinblick auf die zehn Beitrittsländer, die 2004 in die EU aufgenommen werden. Hier existieren nach Ansicht der ACTeN-Mitglieder große, unerschlossene Märkte, die vom Wissensaustausch und der Teilnahme an Veranstaltungen auf europäischer Ebene profitieren könnten. Die Instrumente, mit deren Hilfe das Projekt sein Netzwerk für elektronische Inhalte aufbauen wird, sind Marktüberwachung, wirtschaftliche Runde Tische, Erkundungsworkshops und wissenschaftliche Konferenzen. Um der Branche und den Entscheidungsträgern wie der Europäischen Kommission unmittelbaren Nutzen zu liefern, werden die Ergebnisse der regelmäßigen Veranstaltungen laufend in Form von Berichten, nationalen Profilen und über die Website des Projekts verbreitet. Beim ersten wirtschaftlichen Runden Tisch im November 2002 in Budapest versammelten sich eine Reihe nationaler Experten zum Thema des elektronischen Lernens. Daraus resultierte die Erstellung einer Einführung für die Wirtschaft, die einen Überblick über den derzeitigen Markt für elektronisches Lernen in Ungarn verschafft und eine Reihe von Schlussfolgerungen zieht, die als Richtlinien für weitere Entwicklungsmaßnahmen dienen. Der Bericht empfiehlt unter anderem die Förderung der Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen an Forschungsprogrammen der Gemeinschaft, die Forderung nach einem effizienteren System zur Verbreitung und zum Austausch der Ergebnisse von Projekten und die Hervorhebung der Vorteile einer wirksamen Vertretung in Brüssel als Lobby bei den Institutionen der EU sowie die Förderung der Beteiligung Ungarns an europäischen Initiativen. Christian Bauer, Leiter des ACTeN-Aufgabenpakets für wirtschaftliche Runde Tische, äußerte gegenüber CORDIS-Nachrichten: "Runde Tische sind ein wichtiges Hilfsmittel innerhalb des Gesamtprojekts, da sie höchst praktische Probleme mit wirklich existierenden Anwendungen behandeln. Die an diesen Veranstaltungen beteiligten Experten haben sich zum Ziel gesetzt, aus den ihnen dabei gebotenen Einblicken in die wirtschaftlichen Realitäten zu lernen, was eine wirksame Ergänzung zu einigen eher abstrakten Elementen des ACTeN-Projekts darstellt." In den kommenden Wochen sind weitere Runde Tische in Polen und Deutschland zu den Themen mobile Multimedia-Technologien und gebührenpflichtige Inhalte geplant. Durch die Erstellung ähnlicher Einführungen für die Wirtschaft nach jeder Veranstaltung hoffen die Veranstalter, dass ihre Empfehlungen als Referenzpunkte für die Gestaltung der künftigen EU-finanzierten Forschung im Bereich der elektronischen Inhalte dienen werden. Die Erkundungsworkshops, eine einmalige Innovation des ACTeN-Projekts, sollen Fachleute und Kenntnisse im Bereich der elektronischen Inhalte fördern, indem die Gewinner und Anwärter des Europrix-Wettbewerbs eingeladen werden, ihre Produkte vorzustellen und Insider-Tipps zur Erstellung qualitativ hochwertiger Multimedia-Inhalte zu geben. Das ACTeN-Konsortium ist aus Teilnehmern des Europrix-Projekts hervorgegangen, das sich um die Förderung und Auszeichnung von Europas führenden Erstellern von Multimediainhalten bemüht. Der unmittelbare Erfolg von ACTeN misst sich an der Zahl der Teilnehmer an den verschiedenen Veranstaltungen dieser Initiative und dem Datenverkehr auf der Website des Projekts. Das Endziel des Konsortiums ist jedoch die Schaffung eines Netzwerks für elektronische Inhalte, das nach dem Auslaufen des ACTeN-Projekts im August 2004 ähnliche Initiativen durchführen wird. Daher sehen die Beteiligten ACTeN als ersten Schritt zur Schaffung einer dynamischen, echt europäischen E-Content-Branche.