Wissenschaftslobby warnt vor den Folgen der britischen Hochschulreform
Der Vorsitzende des Verbandes "Save British Science" (SBS) hat die Regierung des VK davor gewarnt, dass ihre Reformen im Hochschulwesen Studenten von einem naturwissenschaftlichen Studium abschrecken könnten. Die Neuerungen im Bereich der Studiengebühren und der Hochschulfinanzierung wurden am 22. Januar vom britischen Bildungsministerium vorgestellt, allerdings waren Einzelheiten einiger Maßnahmen innerhalb des Reformpakets bereits vorab bekannt geworden. "Nach dem, was bisher bekannt ist, gibt es sowohl gute als auch schlechte Nachrichten", sagte SBS-Direktor Dr. Peter Cotgreave im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten. "Wir begrüßen es zwar, dass Studenten ihre Studiengebühren nicht mehr im Voraus entrichten müssen, doch wir sind enttäuscht darüber, dass auf Studenten, die naturwissenschaftliche Kurse belegen wollen, mit die höchsten Gebühren zukommen." Dr. Cotgreave macht insbesondere Sorgen, dass die Regierung beabsichtigt, Hochschulen unterschiedliche Studiengebühren für einzelne Fächer festlegen zu lassen, was nach Meinung vieler Beobachter dazu führen wird, dass ein "Markt der Hochschulstudien" entsteht. Da die Unterrichtskosten in einem Labor höher sind als bei Fächern wie etwa Jura, die im Hörsaal erteilt werden, könnten die Studiengebühren im Bereich Naturwissenschaften in der Nähe der Höchstgrenze von 3.000 britischen Pfund (4.500 Euro) pro Jahr liegen. Nach Meinung zahlreicher Beobachter berücksichtigt ein solches System nicht das mögliche Lohnniveau von Hochschulabsolventen. Dr. Cotgreave machen jedoch die Auswirkungen auf die Qualität der Forschung im VK Sorgen: "Wenn wir helle Köpfe und insbesondere solche, die aus ärmeren Schichten stammen, an eine Karriere als Naturwissenschaftler heranführen wollen - ein Muss für eine wissensbasierte Wirtschaft -, dürfen naturwissenschaftliche Studiengänge nicht noch teurer werden." Vertreter des SBS und andere Naturwissenschaftler sind darüber hinaus gespannt auf weitere Einzelheiten der Pläne der britischen Regierung im Bereich der Forschungsfinanzierung, die ebenfalls Teil der Reform sind. Allgemein wird befürchtet, dass, wenn das Förderniveau sinkt, die Attraktivität von naturwissenschaftlichen Studiengängen weiter abnimmt und Absolventen solcher Studiengänge in Länder wie die USA abwandern, um dort als Naturwissenschaftler Karriere zu machen.
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