Europa und Russland legen Bereiche der Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums fest
Vertreter der russischen und der europäischen Raumfahrtbranche haben sich am 23. und 24. Januar in Moskau getroffen, um Bereiche von EU-Forschungsprojekten zu bestimmen, in denen eine russische Beteiligung möglich erscheint. Wie Hartwig Bischoff vom Referat Raumfahrt der GD Forschung der Kommission im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten sagte, sei das Treffen besser verlaufen, als man angenommen hatte. Man habe zuvor mit der Teilnahme von 80 russischen und 60 westeuropäischen Stellen gerechnet, doch schließlich seien es 180 Teilnehmer aus dem Land des Gastgebers und 120 aus dem Rest Europas geworden. Darüber hinaus präsentierten die Teilnehmer sich gut vorbereitet. Verschiedene neue Kontakte wurden geknüpft, die zur gemeinsamen Durchführung von Forschungsprojekten insbesondere in den Bereichen Galileo (Satellitennavigation) und GMES (globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung) führen könnten. Wie Bischoff sagte, sei den westeuropäischen Forschern zwar vorher schon klar gewesen, dass die russische Forschung auf einem hohen Stand ist. Sie seien aber dennoch beeindruckt gewesen vom Ausmaß der Fachkenntnisse, vor allem der neuen Institute. Das Sechste Rahmenprogramm der EU (RP6) bietet Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Europa und Russland auf dem Gebiet der Weltraumforschung und insbesondere in den Bereichen Satellitennavigation, globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung, Satellitenkommunikation, weltraumbezogene Biowissenschaften und exakte Naturwissenschaften sowie Erkundung durch Menschen bzw. Roboter. Die Luft- und Raumfahrtforschung wird im RP6 1,075 Milliarden Euro erhalten. "Wir bauen keine wissenschaftliche und technologische Festung Europa. Im Gegenteil, wir sind daran interessiert, einen weltoffenen europäischen Forschungsraum zu schaffen, und die Zusammenarbeit mit russischen Wissenschaftlern und Unternehmen in Fragen der Raumfahrt ist von unbestreitbarem gegenseitigem Interesse", erklärte EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. Der Workshop wurde von der Europäischen Kommission, der russischen Luft- und Raumfahrtbehörde (Rosaviakosmos) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) durchgeführt. Wie Bischoff im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten sagte, plant die Kommission, die auf dem Workshop begonnene Arbeit auf der Website über die gemeinsame Weltraumforschung der EU und Russlands fortzusetzen. Man hoffe, dass zu allen sechs Forschungsgebieten, die auf der Moskauer Veranstaltung zur Sprache kamen, Arbeitsgruppen gegründet werden.