EU-Initiative soll das Niveau des Biologieunterrichts in Europa anheben
Die Kommission fördert eine zweijährige Initiative zur Schaffung eines kontinuierlichen Weiterbildungsprogramms für Biologielehrer und Wissenschaftler sowie zur Entwicklung, Archivierung und Verbreitung der besten vorhandenen Unterrichtsmaterialien in ganz Europa. Das Projekt trägt die Bezeichnung "Continuing Education for European Biology Teachers" und wird von der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und der Europäischen Vereinigung für Biotechnologie koordiniert. Die Initiative wird mit 710.000 Euro im Rahmen des Programms "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" des Fünften Rahmenprogramms gefördert. Ein zentrales Element des Projekts ist die Veranstaltung eines internationalen und acht nationaler Lehrer-Workshops, in denen Weiterbildungsmaterialien und Anschauungsmaterial für den Unterricht entwickelt und verbreitet werden. Die nationalen Workshops finden in Hamburg, Kopenhagen, Madrid, Prag, Hinxton, Warschau, Szeged und Jerusalem statt. Die Reihe beginnt mit einer internationalen Veranstaltung in Heidelberg zur Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit und des Austauschs. "Die Verbesserung der Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer ist von entscheidender Bedeutung und sollte aufgrund der großen Vorzüge, die sich durch einen Austausch von Erfahrungen und bestmöglichen Verfahren zwischen Staaten bieten, zunehmend auf internationaler Ebene stattfinden", führte der Programmleiter für Wissenschaft und Gesellschaft der EMBO Andrew Moore aus. "Im Zuge einer besseren Integration Europas auf wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene muss ebenfalls auf Bildungsebene eine bessere Integration stattfinden [...]." Durch die Zusammenarbeit soll ein Weiterbildungsprogramm entwickelt werden, durch das Lehrer in praktischen Kursen in Labors mit qualifizierten Wissenschaftlern zusammengebracht werden, damit neue Elemente für den Biologieunterricht erarbeitet werden können. Zu diesem Zweck wird eigens eine Einrichtung im EMBL in Heidelberg gegründet. Im Verlauf des Projekts wird ebenfalls ein Online-Ressourcenzentrum mit Archiv gegründet, das Lehrern und Schülern praktische Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt. Das Ressourcenzentrum wird sich zudem aktuellen ethischen und sozialen Themen in Verbindung mit den Auswirkungen der Fortschritte in der Wissenschaft auf die Gesellschaft widmen und Vorschläge machen, wie diese Themen im Unterricht behandelt werden könnten. "Wir sind der Ansicht, dass diese Initiative einen bedeutenden Beitrag zur Gründung einer gesamteuropäischen Plattform leisten wird, die das Niveau des Biologieunterrichts durch den Austausch bestmöglicher Verfahren und die neuesten medialen Hilfsmittel verbessern wird. Sie wird außerdem die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Wissenschaftlern und Unternehmen stärken, sodass neue Unterrichtsmaterialien zu wissenschaftlichen Themen entwickelt werden können", fügte Moore hinzu.