Innobarometer 2002: Europäische Manager investieren weiterhin in Innovation
Trotz des derzeit herrschenden Wirtschaftsklimas bemühen sich europäische Manager, ihre Wettbewerbsposition durch Innovation zu stärken, so die Schlussfolgerung der Erhebung Innobarometer 2002. Die Umfrage wurde im Auftrag der GD Unternehmen durchgeführt. Sie zeigt, dass die Unternehmensleiter weiterhin zuversichtlich sind, was die Innovationsleistung ihrer Unternehmen im Vergleich zu ihren Mitbewerbern betrifft. Ferner kam sie zu dem Ergebnis, dass der Zugang zu innovativen Märkten und finanziellen Ressourcen, bessere Kooperation mit Lieferanten und Kunden sowie ein gestärkter europäischer Binnenmarkt Schlüsselfaktoren für die Steigerung der Innovationsleistung in Europa sind. Vor allem jedoch seien Europas wertvollste Wirtschaftsressource die Menschen und die Kompetenzen, die sie mitbringen. "Laut dem Innobarometer 2002 sind Kompetenz und Wissen von Mitarbeitern sowie das Potenzial, das die europäische Dimension innovativer Märkte bietet, Schlüsselfaktoren für die Innovationsleistung", so das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied Erkki Liikanen. Von über 3000 befragten europäischen Managern stimmte fast die Hälfte darin überein, dass die Qualifikationen und die Professionalität ihrer Mitarbeiter am meisten zur Innovationsstärke ihres Unternehmens beitragen. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass zur Steigerung der Innovation die Managementpraktiken angegangen werden müssen, um die Mitarbeiter auf allen Ebenen zu ermutigen und zu motivieren, neue Kompetenzen zu erwerben und sich an eine Innovationsumgebung anzupassen. Auf die Frage, welche Art von Qualifikation besondere Aufmerksamkeit erfordere, sagten die Manager, dass die weiteren Bemühungen sich insbesondere auf die Aus- und Weiterbildung des technischen Personals konzentrieren sollten. In der Tat zeigt die Umfrage, dass es erheblich an Zeit und Engagement für die Fortbildung mangelt und sie in vielen europäischen Ländern eher symbolischen Charakter besitzt. Während Mitarbeiterqualifikation, Fortbildung und Managementpraktiken besonders betont wurden, zeigt die Umfrage, dass die Schwerpunkte der Innovationsbemühungen der Unternehmensleiter relativ gleichmäßig verteilt sind. So wird ähnlich viel Wert auf neue Produkte und Produktionsverfahren gelegt. Der Investitionsanteil für Innovation beträgt nun durchschnittlich 25 Prozent der Ausgaben. Dabei liegt das verarbeitende Gewerbe mit einem Investitionsanteil von 33 Prozent für Innovationsaktivitäten an der Spitze, dicht gefolgt von exportorientierten und "jüngeren" Unternehmen. Die zunehmende Einführung neuer oder erneuerter Produkte und Dienstleistungen hat ebenfalls zu einer Stärkung der Innovationsaktivitäten geführt. Solche Entwicklungen machen 22 Prozent des Umsatzes von Unternehmen aus, was zwei Prozentpunkte über dem Wert der vorherigen Umfrage liegt. Die Erhebung 2002 zeigt auch eine wesentliche Verlagerung der Prioritäten der europäischen Manager, was den Zugang zu Spitzentechnologien betrifft. Während 2001 der Erwerb von Maschinen und Ausrüstung als am wichtigsten angesehen wurde, um Zugang zu diesen Technologien zu haben, wurde nun die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden als der effektivste Weg zu diesen Technologien angesehen. Kooperationsvereinbarungen und der Wissensaustausch zwischen Unternehmen werden ebenfalls als wichtige Innovationsinstrumente genannt. Ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Zugang zu innovativen und offenen Kunden und Märkten beim derzeitigen Wirtschaftsklima äußerst schwierig ist. Es wird jedoch erwartet, dass die Märkte in den kommenden Jahren innovativen Produkten aufgeschlossener gegenüberstehen werden. Schließlich stimmt die Mehrheit der Manager darin überein, dass der europäische Binnenmarkt mit 380 Millionen Menschen und dem freien Verkehr von Gütern und Dienstleistungen die wichtigste Antriebskraft für Innovation ist.