Wissenschaftler warnen vor Übertragung einer Geflügelpest-Kreuzung auf den Menschen
Niederländische Wissenschaftler haben davor gewarnt, dass das Geflügelpestvirus, das zurzeit die Niederlande heimsucht, sich mit dem menschlichen Grippevirus kreuzen könnte. Daraus könnte ein Erreger entstehen, für den Menschen keine Antikörper besitzen. Mehrere Beschäftigte in der Landwirtschaft, die an der Keulung von mehr als einer halben Million Hühner beteiligt waren, wurden durch den Kontakt mit infizierten Hühnern bereits mit Conjunctivitis, einer Entzündung der Augen, angesteckt. Angesichts der momentanen Grippewelle befürchten Virologen nun, dass das Geflügelvirus sich mit der menschlichen Form der Grippe kreuzen und eine neue bösartige Variante hervorbringen könnte. "Wir wollen unbedingt vermeiden, dass aus dem Geflügelvirus ein für den Menschen gefährliches Grippevirus entsteht", sagte Albert Osterhaus von der Erasmus-Universität in Rotterdam gegenüber dem Wissenschaftsmagazin New Scientist. "Gegen ein menschliches Virus, das Oberflächenproteine des Geflügelvirus besitzt, gäbe es keine menschlichen Antikörper." Diese Möglichkeit sei zwar gering, aber theoretisch würde es sich dabei um ein pandemisches Grippevirus handeln. Als Vorsichtsmaßnahme müssen Arbeiter, die Grippesymptome aufweisen, sich von infizierten Hühnern fernhalten.
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