Aufrufe zur Steigerung des Frauenanteils in der Wissenschaft und der Informationsgesellschaft in Europa
Frauen in der Wissenschaft und der Informationstechnologie war das Gesprächsthema bei zwei Veranstaltungen in Europa am 5. Mai. Die EU-Kommissarin für Beschäftigung und Soziales, Anna Diamantopoulou, rief zur Chancengleichheit für Frauen in der Informationsgesellschaft auf, während die deutsche Ministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, an die Arbeitgeber appellierte, für die Sicherstellung der Chancengleichheit für Frauen in der Wissenschaft Verantwortung zu übernehmen. "Es wurden Fortschritte erzielt und Frauen erkennen den Wert der neuen Technologien", so Diamantopoulou auf einem Kongress in Athen über die Geschlechterfrage und die Informationsgesellschaft. "Auf politischer Ebene richtet die Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten die notwendigen Infrastrukturen ein [...] um die Integration von Frauen in diesem Bereich zu erleichtern. Es ist ein langsamer und schwieriger Prozess und ich rufe alle Frauen auf, sich zu mobilisieren und beim Aufbau und der Nutzung der Vorteile der Informationsgesellschaft eine führende Rolle zu übernehmen", erklärte sie. Immer noch haben Männer zwei Drittel aller Stellen im Bereich der Informationstechnologie (IT) inne, und während 19 Prozent der Doktortitel in diesem Bereich EU-weit an Frauen vergeben werden, gründen weit weniger Frauen ihr eigenes Unternehmen. Bei der Eröffnung der Hochschulrektorenkonferenz in Dresden am 5. Mai betonte Edelgard Bulmahn, dass die Chancengleichheit in der Wissenschaft nicht nur ein Thema für Frauen, sondern auch ein Thema für Arbeitgeber sein sollte. Die Vernachlässigung von Frauen führe zu einer großen Verschwendung von Talent und Kompetenz, so die Ministerin. Bulmahn stellte fest, dass fast die Hälfte der heutigen Wissenschaftler in den nächsten zehn Jahren in Ruhestand gehen wird. "Wir müssen diesen Generationswechsel nutzen, um den Anteil der Frauen an Professuren und in Führungspositionen erheblich zu erhöhen", appellierte sie. Die Ministerin möchte, dass Frauen in Zukunft ein Fünftel aller Professuren innehaben. Die Anzahl der Frauen in Führungspositionen in der Forschung zu erhöhen, ist eine Priorität der Bundesregierung. Derzeit sind im Etat jährlich 30,7 Millionen Euro für das Programm "Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre" vorgesehen, das Frauen unterstützt, die sich für eine Professur bewerben.
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