Busquin: Sorgfältig kontrollierter Einigungsprozess notwendig, um Entscheidung beim ITER-Projekt zu ermöglichen
Im Zuge der immer näher rückenden Umsetzung des ITER-Projekts (internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) hat die Kommission die dringende Notwendigkeit einer weiteren Einigung und zusätzlicher objektiver Kriterien zur Festlegung des europäischen Standorts für ITER unterstrichen. Anlässlich der Vorstellung einer Mitteilung zu Bau und Betrieb des ITER auf dem Rat "Wettbewerbsfähigkeit" am 13. Mai erläuterte Forschungskommissar Philippe Busquin die laufenden Verhandlungen hinsichtlich der Festlegung eines europäischen Standorts. Es wurden bereits zwei mögliche Standorte, Cadarache in Frankreich und Vandellòs in Spanien, für den ITER in Europa ausgewählt und Japan und Kanada haben weitere Standorte vorgeschlagen. Angesichts der Konkurrenz und des erheblichen Werts, den das Projekt für die Entwicklung nachhaltiger Energieformen darstellt, unterstrich Busquin die Notwendigkeit, Europa größtmögliche Chancen dafür zu zusichern, als Standort für den ITER gewählt zu werden. "Die europäische Fusionsforschung verfügt über solide Grundlagen und anerkannte Netze der Spitzenforschung. Wir müssen die besten Voraussetzungen dafür schaffen, dass Europa als ITER-Standort gewählt wird. Nun geht es darum, sich auf einen Standort zu einigen, mit dem sich die EU bewirbt, wobei ein Konsens anzustreben und mit System vorzugehen ist", führte er aus. Ausgehend von der Mitteilung stimmten die Minister überein, dass verstärkte bilaterale Gespräche zwischen Frankreich und Spanien ein wesentlicher Bestandteil des so genannten "Einigungsprozesses" seien. Außerdem soll die Kommission zu diesem Prozess beitragen, indem sie sich einander annähernde Meinungen in den betreffenden Ländern identifiziert und enger mit nationalen Behörden zusammenarbeitet. Des Weiteren diskutierten die Minister über die Rolle der EU hinsichtlich der Unterstützung bei der Durchführung des ITER-Projekts und die Notwendigkeit eines wissenschaftlich-technischen Begleitprogramms, das parallel zu dem Projekt umgesetzt werden könnte. In Bezug auf Fragen zur Vorbereitung des Standorts begrüßte der Rat den Plan der Kommission, objektive Kriterien mit Schwerpunkt auf wissenschaftlichen, technischen, sozialen, politischen, finanziellen und verwaltungstechnischen Faktoren auszuarbeiten, die die schlussendliche Festlegung des Standorts vermutlich beeinflussen werden. Die Minister führten jedoch an, dass ein derartiger Prozess mit der Unterstützung einer hochrangigen Sachverständigengruppe und in enger Zusammenarbeit mit den an den Vorschlägen für den Standort beteiligten Mitgliedstaaten in Angriff genommen werden sollte. Der Rat forderte weitere Zusicherungen von Seiten der Kommission, dass so bald wie möglich ein Abschlussbericht zu diesem Thema vorgelegt wird, so dass der Rat in der Lage ist, bis September zu einer Einigung hinsichtlich eines europäischen Standorts zu kommen. Nach der Wahl des Standorts soll die Kommission bis Ende 2003 einen Vorschlag zu Bau und Realisierung des ITER vorlegen. Der Rat merkte jedoch auch noch an, dass ein Mitgliedstaat nicht der Meinung ist, dass man sich auf einen einzigen europäischen Standort als Kandidat einigen müsse.
Länder
Spanien, Frankreich