Skip to main content

Increasing the efficiency of farming through on open standards based AgroIT platform

Article Category

Article available in the folowing languages:

Offene Standards für bessere Qualität und effizientere Landwirtschaft

Das EU-finanzierte Projekt AGROIT entwickelte eine offene Plattform mit offenen Standards für mehr Qualität und Effizienz in der Landwirtschaft.

Digitale Wirtschaft
Lebensmittel und natürliche Ressourcen

In den letzten zwanzig Jahren musste sich der europäische Agrarsektor gleich zwei neuen Herausforderungen stellen: einerseits stieg wegen strengerer Vorgaben auf EU- und nationaler Ebene der Verwaltungsaufwand für Landwirte, etwa durch Einführung eines Registrierungssystems für Rinder, andererseits sind bereits verschiedenste hochmoderne Maschinen und Automatisierungstechnologien im Einsatz. Um europäische Landwirte beim administrativen Aufwand besser unterstützen und neue technologische Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können, entwickelte das EU-finanzierte Projekt AGROIT eine innovative Plattform auf Basis offener Standards. "Das Projekt folgt der Maßgabe, dass IKT der nächste Schritt sind, um die Agrarwirtschaft zu optimieren und den Übergang zu besserer Qualität und einem effizienteren Agrarsektor zu schaffen", sagt Projektkoordinator Rok Rupnik. Anwendungen und Daten Ziel des Projekts war die Entwicklung von AGROIT, einer Plattform mit offenen Standards, um Anwendungen und Dienste für Landwirte, Gemeinden, staatliche und EU-Behörden sowie Berater im Agrarsektor bereitzustellen. Mit dem System können Landwirte schnell und einfach tägliche Routineaufgaben dokumentieren, auch wenn die Hände schmutzig oder die Wetterverhältnisse schlecht sind. "Basierend auf unseren bereits vorhandenen Prototypen haben wir eine szenarioorientierte Benutzeroberfläche konzipiert, mit der die Landwirte Schritt für Schritt die tägliche Routine dokumentieren können", erklärt Rupnik. "Mit diesen Anwendungen können Landwirte die Effizienz ihrer Aktivitäten wesentlich steigern und Ressourcen sparen – nicht zuletzt auch Zeit." Neben den Anwendungen entwickelte das Projekt auch integrierte Überwachungssysteme, die über Funk Daten von Sensoren und anderen Geräten erfassen. "Bisher war es kaum möglich, Routineaufgaben in der Landwirtschaft zu dokumentieren, da es schwierig ist, robuste Datensätze zu erstellen, wenn Landwirte nach einem langen Tag auf dem Feld keine Papierarbeit mehr machen wollen", fügt Rupnik hinzu. "Liefern hingegen Sensoren und Maschinen die Daten, sind ganz neue Möglichkeiten bei der Analyse und datenabhängigen Entscheidungsfindung denkbar." AGROIT integrierte nun all diese Funktionen in einer Plattform. "Hier wurden Standards und Integrationsbeispiele lizenzfrei oder mit CC-Lizenzen (Creative Commons) veröffentlicht, um Zusammenarbeit und Unterstützung im Agrarsektor und in den Gemeinden zu fördern", erklärt Rupnik.Rupnik beschreibt mehrere Vorteile solcher offenen Plattformen. So kann der Anwender etwa mehrere Systeme zusammenführen, um robustere und leichter zugängliche Informationen bereitzustellen. In enger Zusammenarbeit mit den Entwicklern bieten offene Plattformen auch bessere, maßgeschneiderte Lösungen. Praktische Umsetzung Wie sieht also die praktische Umsetzung aus? Ein Beispiel für routinemäßige Aufgaben in der Landwirtschaft ist die Vorbereitung eines Feldes für die Aussaat. Mittels GPS registriert die mobile App von AGROIT, dass der Landwirt auf einem bestimmten Feld arbeitet. Dann erhält er Informationen darüber, welche Bereiche bereits bearbeitet wurden und welche noch nicht. Oder wenn ein Obstbauer Schäden an einem Pflaumenbaum findet: dann eröffnet er über die mobile App einen Fall, macht ein paar Fotos vom Baum und ruft einen Fachspezialisten an, der ihn zur weiteren Vorgehensweise berät. Der Berater ruft die Betriebsdaten des Landwirts ab (z. B. Feldart, Hybriden, zurückliegende Maßnahmen usw.) und fügt Behandlungsspezifika in den Beratungsfall ein, damit der Landwirt sie auf dem Feld anwenden kann. Die AGROIT-App kann sogar die veterinärmedizinische Betreuung von Nutztieren unterstützen. "In vielen ländlichen Gegenden sind Tierärzte rar und die Anfahrtswege weit", sagt Rupnik. "Mit der AGROIT-App kann der Landwirt nun umgehend veterinärmedizinische Beratung einholen und Dokumente oder Zertifikate elektronisch übermitteln."

Schlüsselbegriffe

AGROIT, Landwirtschaft, offene Daten, offene Standards, Präzisionsackerbau, Cloud-Computing, Landwirtschaft

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich

Wissenschaftliche Fortschritte
Digitale Wirtschaft

18 Oktober 2021