Italienische Regierung bestätigt Bedeutung der Forschung
"Es stimmt nicht, dass die italienische Regierung die Bedeutung der Forschung nicht anerkennt", sagte der stellvertretende italienische Minister für Bildung, Hochschulen und Forschung Guido Possa am 17. Juli gegenüber CORDIS-Nachrichten. Possa reagierte damit auf eine Erklärung der gewählten Vertreter der wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen von Florenz, die behaupteten, dass "die italienische Regierung weiterhin völlig blind ist, was die Forschung betrifft". Die italienische Regierung hat bereits ihre Absicht bekundet, während ihres EU-Ratsvorsitzes eine Erhöhung der Forschungsausgaben in Übereinstimmung mit dem Ziel der Kommission, die Forschungsausgaben bis 2010 auf drei Prozent des BIP zu erhöhen (zwei Drittel davon sollen aus dem Privatsektor stammen), zu fördern. Im Inland gibt es Versprechungen, die Forschungsinvestitionen zu erhöhen. "Es stimmt nicht, [dass wir die Bedeutung der Forschung nicht anerkennen]", so Possa. "Die Regierung hat bereits eine Erhöhung der Ausgaben gebilligt. Im Jahr 2003 haben wir mehr Mittel bereitgestellt als im Jahr 2002 und im Jahr 2002 [haben wir] mehr Mittel [bereitgestellt] als im Jahr 2001. Die Tendenz ist also positiv. Wir sind eine neue Regierung nach fünf Jahren Mitte-Links-Regierung, als die öffentlichen Ausgaben nicht erhöht wurden. Dagegen haben wir die Ausgaben bereits in zwei Jahren erhöht. Wir haben außerdem erkannt, dass wir die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem Privatsektor umstrukturieren und fördern müssen." Possa sagte außerdem, dass die Regierung sich über die Probleme Italiens im Klaren sei, von denen eine Reihe typisch für das Land sei aufgrund der großen Anzahl der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). KMU neigten nicht dazu, eine mittel- oder langfristige Forschungsstrategie zu entwickeln, führte der stellvertretende Minister weiter aus. Possa spielte auf die Schwierigkeiten seines Landes bezüglich der Erhöhung der Anzahl der Forscher an, die notwendig sei, um die Forschungsinvestitionen so bedeutend zu erhöhen. "Ich versuche nicht, die extreme Schwierigkeit oder Unmöglichkeit dieses Vorhabens zu verbergen", so Possa gegenüber CORDIS-Nachrichten. Die Kommission schätzt, dass die EU in den kommenden sieben Jahren pro Jahr zusätzlich 100.000 Forscher benötigt - und zwar zusätzlich zu denjenigen, die benötigt werden, um die Forscher, die jetzt in den Ruhestand gehen, zu ersetzen. "Wie sollen wir 100.000 weitere Forscher [pro Jahr] zur Verfügung stellen, wenn wir derzeit nur die Hälfte davon bereitstellen?", fragte er. "Dies ist eine fast unmögliche Aufgabe. Forscher sind das Ergebnis eines langen Bildungsprozesses." Dennoch werde Italien alles in seiner Macht stehende tun, um diese Ziele zu erreichen, so Possa. Als Erstes müsse möglicherweise "darüber nachgedacht werden, wo die Lücken bestehen". Europa liege in der Automobilforschung zwar vor den USA, jedoch nicht im Pharmabereich. Hinsichtlich des Erreichens des Ausgabenziels von drei Prozent sagte Possa, dass die italienische Regierung vor einem Monat eine Erhöhung der öffentlichen Forschungsausgaben genehmigt habe. Das Ziel sei die Erhöhung der Investitionen auf ein Prozent des BIP von derzeit 0,6 Prozent bis zum Jahr 2008. Nach dem ursprünglichen Plan sollte dies bis 2005 erreicht werden, aber angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen sei dies nicht mehr möglich, so Possa. Realistischer ist möglicherweise das, was Possa als das Hauptziel des italienischen EU-Vorsitzes im Forschungsbereich beschrieben hat: "Beschleunigung der Aktivitäten, die von den früheren EU-Ratsvorsitzen und der Kommission eingeleitet wurden."
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