Bericht: Innovativität der Beitrittsländer immer noch hinter EU-15
Ein auf Antrag der GD Unternehmen der Kommission erstellter Bericht ist zu dem Schluss gekommen, dass die Innovationsfähigkeiten in den Beitrittsländern immer noch hinter denen der 15 derzeitigen Mitgliedstaaten liegen. Vielleicht noch beunruhigender ist, dass in dem Bericht Tendenzen aufgezeigt werden, die darauf hindeuten, dass die meisten Beitrittsländer im Hinblick auf ihre Innovativität weit davon entfernt sind, die Lücke zu den EU-15 zu schließen, sondern eigentlich immer mehr zurückfallen, Der Bericht mit dem Titel "Innovation Policy in Seven Candidate Countries: The Challenges" ["Innovationspolitik in Sieben Beitrittsländern: die Herausforderungen"] konzentriert sich auf die Bedingungen in Rumänien, Bulgarien, der Slowakei, Lettland, Litauen, Malta und der Türkei. Er richtet sich an politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Forscher innerhalb der EU und den Bewerberländern und bietet einige Vorschläge für politische Lösungsansätze in jedem der Länder, mit denen das jeweilige Innovationsniveau gefördert werden soll. In der Schlussfolgerung der Studie werden die Ergebnisse der sieben Länder auf dem Innovationsanzeiger mit denen der derzeitigen Mitgliedstaaten verglichen. Die Beitrittsländer liegen im Durchschnitt in allen vier Indikatorengruppen, aus denen der Anzeiger besteht, hinten: Humanressourcen, Schaffung von neuem Wissen, Übertragung und Anwendung von Wissen sowie Innovationsfinanzierung, -output und -märkte. Der schlechteste Vergleichsbereich für die Beitrittsländer ist die Schaffung von neuem Wissen, was dem Bericht zufolge auf "geringfügige Beteiligung an der Schaffung von Spitzentechnologie weltweit" zurückzuführen ist, insbesondere US- und EPA-Patente. In den Bereichen Humanressourcen für Innovationen und Übertragung und Anwendung von Wissen lägen die Beitrittsländer weniger deutlich hinten. Abschließend werden in dem Bericht die von den Beitrittsländern in den letzten zehn Jahren unternommenen Anstrengungen anerkannt, sich zu einer Marktwirtschaft hin zu bewegen, es wird jedoch darauf hingewiesen, dass "die politische Aufgabe für das nächste Jahrzehnt genauso komplex, wenn nicht sogar noch komplexer erscheint". Im Hinblick auf die allgemeinen politischen Ansätze wird in dem Bericht im Fall von Bulgarien vorgeschlagen, dass Maßnahmen zur Erhöhung der Anzahl und der Innovativität kleinerer Unternehmen eingeführt werden sollten, beispielsweise durch die Schaffung von Start- und Risikokapitalfonds, die mit Spitzenforschungszentren verbunden sind. Für die Türkei wird in dem Bericht der Entwurf und die Durchführung einer nationalen Kampagne zur Sensibilisierung für die Innovation und für innovatives Unternehmertum bis Anfang 2004 vorgeschlagen, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung von Firmeninvestitionen in die Innovation liegen sollte, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen.
Länder
Bulgarien, Litauen, Lettland, Malta, Rumänien, Slowakei, Türkei