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RP6 läutet neue Ära der Kooperation in der Reaktorsicherheitsforschung ein

Durch das Programm der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) fördert die Kommission bereits seit vielen Jahren die Vorteile gemeinsamer Forschungsbemühungen im Bereich der Atomreaktorsicherheit. Mit der Einführung des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) und der Einrichtung des ...

Durch das Programm der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) fördert die Kommission bereits seit vielen Jahren die Vorteile gemeinsamer Forschungsbemühungen im Bereich der Atomreaktorsicherheit. Mit der Einführung des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) und der Einrichtung des Europäischen Forschungsraums (EFR) sind Forscher und andere Interessenvertreter dringend aufgerufen, noch engere Verbindungen zu knüpfen. Dies bietet die Möglichkeit einer neuen Ära der Kooperation in der Reaktorsicherheitsforschung, bringt jedoch auch einige große Herausforderungen mit sich. Am 10. November trifft die europäische Atomsicherheitsgemeinschaft zu der alle zwei Jahre stattfindenden FISA-Konferenz in Luxemburg zusammen. CORDIS-Nachrichten sprach mit dem Koordinator für Reaktorsicherheitsforschung der Kommission, Georges van Goethem, um zu erfahren, wie das RP6 die Definition von Kooperation verändert, und die bevorstehenden Herausforderungen zu analysieren. "Der Hauptunterschied zwischen dem RP6 und vorangegangenen Rahmenprogrammen ist, dass es eher versucht, einen Integrationsprozess zu schaffen als einfach nur wissenschaftliche Produkte hervorzubringen", begann van Goethem. "Wenn die Betroffenen keine Bereitschaft zeigen, Labore zusammenzulegen und ihre Anstrengungen zusammenzuführen, erhalten sie auch keine finanzielle Unterstützung mehr von der Kommission." Die Idee ist, dass einige Forschungseinrichtungen und Hochschulen Forschungsbereiche aufgeben, die bereits in anderen Teilen Europas auf einem höheren Standard behandelt werden, und stattdessen, wie van Goethem es nennt, "unwiderrufliche Verbindungen" schaffen, die auch lange nach der Beendigung des RP6-Vertrags bestehen bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen jedoch zunächst einige Herausforderungen gemeistert werden. "Wir kämpfen gegen eine Reihe von Hindernissen an. Zunächst ist da die mangelnde Kooperationskultur; die Leute sind eher daran gewöhnt, ihr eigenes Ding zu machen. Hindernisse wie verschiedene Sprachen und nationale Regelungen müssen überwunden werden", erklärte van Goethem. Ein weiteres Kooperationshindernis ist, dass manche Forschung einen potenziellen kommerziellen Wert hat, und es daher sein kann, dass Wissen instinktiv zurückgehalten wird. Van Goethem argumentiert, dass die Gemeinschaftsförderung sicherlich ein Anreiz für die Einrichtungen sei, ihr Wissen zu offenbaren und zu teilen, die schlagkräftigsten Argumente zur Überwindung dieser Hürden jedoch die seien, die von vornherein zu den Aufrufen zur Schaffung eines EFR geführt haben. "Wir versuchen ganz einfach, sie zu überzeugen, dass es in ihrem Interesse ist zusammenzuarbeiten. Dadurch wird nicht nur eine Zersplitterung und Verdopplung von Arbeit vermieden, sondern letzten Endes ist dies der Schlüssel zu Europas globaler Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Gebiet", erklärte er. Ein Beispiel für den Umfang der Integration, die derzeit betrieben wird, stammt aus dem vorrangigen Themenbereich des Managements der Anlagenlebensdauer. Was unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) ein Cluster von 33 Projekten war, wird unter dem RP6 bald zu einem oder höchstens zwei Exzellenznetzen oder integrierten Projekten werden. Insgesamt werden 75 einzelne Projekte im Bereich der Reaktorsicherheitsforschung unter dem RP5 durch nicht mehr als sechs Projekte ersetzt werden. Van Goethem akzeptiert, dass es unter den kleineren Instituten und den Einrichtungen in den Beitrittsländern berechtigte Bedenken gibt, dass sie in diesem groß angelegten Rahmen untergehen. Als Reaktion darauf fördert die Kommission aktiv die Beteiligung kleinerer Einrichtungen in ihren spezifischen Fachgebieten. Eventuell wird sie auch ein spezifisches Budget schaffen, um Organisationen aus den Beitrittsstaaten zur Beteiligung zu ermutigen. Die FISA-Konferenz 2003 werde der Kommission eine günstige Gelegenheit bieten, da es sich hierbei um das erste Treffen der größeren europäischen Gemeinschaft der Reaktorsicherheitsforscher seit der Einführung des RP6 handelt, erläutert van Goethem. "Wir hoffen, den Stand des Fortschritts im November 2003 bestimmen zu können, die Reaktion aller Parteien auf die Ziele und Instrumente des RP6 zu bewerten und herauszufinden, ob alle notwendigen Interessenvertreter miteinbezogen sind." Die Veranstaltung bietet der Kommission auch die Gelegenheit, sich über neue Wege in der Forschung zu informieren und - was noch wichtiger ist - zu untersuchen, welche dieser Wege die erforderliche kritische Masse haben, um zukünftige Initiativen zu entwickeln. Van Goethem ist realistisch, was den Umfang der Herausforderungen, denen die Atomsicherheitsforschung gegenübersteht, angeht: "Dies ist ein sehr risikoreiches und sehr ehrgeiziges Vorhaben. Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass es trotz der Risiken einen eindeutigen Konsens innerhalb der Gemeinschaft gibt, dass es angegangen werden sollte."