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Entscheidung über den europäischen Kandidaten für den ITER-Standort möglicherweise durch Abstimmung

Nachdem die europäischen Forschungsminister sich nicht zwischen zwei Standorten in Frankreich und in Spanien entscheiden konnten, wird es möglicherweise eine Abstimmung darüber geben, welchen Standort die EU für den internationalen thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) vorsch...

Nachdem die europäischen Forschungsminister sich nicht zwischen zwei Standorten in Frankreich und in Spanien entscheiden konnten, wird es möglicherweise eine Abstimmung darüber geben, welchen Standort die EU für den internationalen thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) vorschlagen wird. Das europäische Angebot wird sich gegen Angebote aus Japan und aus Kanada durchsetzen müssen, zwei der weiteren Partner in dem Projekt. Die Kosten hierfür betragen etwa zehn Milliarden Euro und es werden etwa 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die beiden europäischen Optionen sind Cadarache in Frankreich und Vandellós in Spanien. Ein Aspekt, über den sich alle Parteien einig sind, ist, dass Europa eher den Zuschlag für den ITER erhält, wenn nur ein Angebot eingereicht wird. "[Eine Abstimmung] ist sicher eines der Szenarien", so ein Sprecher der Kommission. "Es scheint keinen starken Willen zu geben, eine gegenseitige Einigung zu erzielen, und der italienische Ratsvorsitz musste einige diskrete oder sanfte Drohungen aussprechen, um anzudeuten, dass eine Abstimmung notwendig sein kann." Die Kommission versuchte zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr den Forschungsministern die Entscheidung zu erleichtern, als sie den Auftrag für eine unabhängige Studie zu allen Aspekten der beiden Standorte vergab. Die mit der Analyse beauftragten Fachleute waren jedoch nicht in der Lage, einem der beiden Standorte den Vorrang zu geben, und kamen zu dem Schluss, dass sowohl Frankreich als auch Spanien "hervorragende Angebote" vorgelegt hätten. Falls eine Abstimmung notwendig sein sollte, würde sie wahrscheinlich während des nächsten Rates "Wettbewerbsfähigkeit" am 27. November stattfinden. Um über den Standort zu entscheiden, wäre eine einfache Mehrheit erforderlich. Eine endgültige Entscheidung vor dem internationalen ITER-Forum Anfang Dezember ist wünschenswert. Die Kommission hat jedoch noch die Hoffnung, dass eine solche Abstimmung nicht notwendig sein wird. "Wir kämpfen sehr darum, ein solch entzweiendes Ergebnis der Situation zu vermeiden, da dann sicher eine Seite mit dem Ergebnis unzufrieden sein wird", so der Sprecher der Kommission. "Wir arbeiten sowohl mit Frankreich als auch mit Spanien hart daran, zu einer Einigung zu gelangen: ein Paket von Zugeständnissen, das für beide Parteien akzeptabel ist." Der Sprecher warnte, wenn kein Konsens über einen europäischen Kandidaten erzielt werde, würde dies effektiv den Weg für einen der Wettbewerber - wahrscheinlich Japan - ebnen, den Zuschlag zu erhalten. "Die Japaner haben zurzeit den stärksten Kandidaten außerhalb Europas, nachdem Kanada angedeutet hat, dass es möglicherweise nicht über das Budget verfügt, sein ursprüngliches Angebot zu unterstützen. Ich bin mir sicher, dass Japan froh wäre, wenn in Europa keine Entscheidung erzielt wird, da die endgültige Standortentscheidung wahrscheinlich zwischen Japan und Europa fallen wird."

Länder

Spanien, Frankreich

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