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Eine strategische Vision für europäische Forschungsinfrastrukturen

Forschungskommissar Philippe Busquin hat alle europäischen Beteiligten aufgefordert zusammenzuarbeiten, um eine gemeinsame Strategie für Forschungsinfrastrukturen, die wesentliche Komponenten des Europäischen Forschungsraums (EFR) sind, zu definieren. Busquin sprach auf ein...

Forschungskommissar Philippe Busquin hat alle europäischen Beteiligten aufgefordert zusammenzuarbeiten, um eine gemeinsame Strategie für Forschungsinfrastrukturen, die wesentliche Komponenten des Europäischen Forschungsraums (EFR) sind, zu definieren. Busquin sprach auf einer Konferenz zu Forschungsinfrastrukturen, die von der italienischen Ratspräsidentschaft am 21. November in Triest ausgerichtet wurde und Experten aus den derzeitigen und künftigen Mitgliedstaaten zusammenbrachte. Ihre Aufgabe bestand darin zu untersuchen, wie die Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit gemeinsamen wissenschaftlichen Infrastrukturen verbessert werden kann, um die Vision eines EFR zu verwirklichen. "Wir müssen uns einander annähern und zusammenarbeiten: Kein Mitgliedstaat verfügt allein über die erforderlichen Ressourcen, um die neuen riesigen Infrastrukturen zu schaffen, die notwendig sind, um mit den USA und Asien zu konkurrieren", sagte Busquin. Er führte weiter aus, dass das größte Hindernis für diese neue Methode der Zusammenarbeit eine mangelnde strategische Vision für gemeinsame Ressourcen auf der Grundlage der Beteiligung von Experten, politischen Entscheidungsträgern und der Industrie aus allen Teilen eines erweiterten Europa sei. "Der öffentliche Sektor muss seine Industriepartner überzeugen, dass eine Zusammenarbeit zur Schaffung effektiver Infrastrukturen innerhalb eines kurzen Zeitrahmens führen kann. [...] Außerdem ist ein höheres Budget für Infrastrukturen erforderlich: Einige haben 800 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt, aber möglicherweise muss Druck gemacht werden, damit ein höherer Betrag zugewiesen wird, um den Prozess in Gang zu bringen", fügte der Kommissar hinzu. Bei der Suche nach einem wahrscheinlichen Ausgangspunkt für die Art der von Busquin geforderten strategischen Vision verwiesen viele Redner auf die Arbeit des kürzlich ins Leben gerufenen Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (European Strategy Forum on Research Infrastructures - ESFRI). Das Forum aus Vertretern der Mitgliedstaaten und der Kommission wurde im Jahr 2002 eingerichtet, um informelle politische Diskussionen auf EU-Ebene zu erleichtern und sicherzustellen, dass solche Verhandlungen zu konkreten Initiativen führen. In der Tat kam der erste Jahresbericht des ESFRI zu dem Ergebnis, dass das Gremium seine Aktivitäten auf bisher unerforschte Wissenschaftsbereiche wie Nanotechnologie und Biowissenschaften ausdehnen sollte. "Der volle Erfolg des ESFRI muss in der Entwicklung eines Gesamtkonzepts für Infrastrukturen auf europäischer Ebene gemessen werden", heißt es in dem Bericht. Der Europäische Forschungsbeirat (EURAB) geht weiter, indem er empfiehlt, dass das ESFRI um Vertreter der Beitrittsländer, wissenschaftlicher Gruppen und der Industrie erweitert werden und an den Rat "Wettbewerbsfähigkeit" berichten sollte, um einen koordinierten politischen Ansatz sicherzustellen. Darüber hinaus ließ der EURAB keinen Raum für Zweifel an der Notwendigkeit zusätzlicher Finanzierungsmittel für gemeinsame Ressourcen: "[E]s scheint klar, dass die derzeit im RP6 [Sechstes Rahmenprogramm] für Forschungsinfrastrukturen verfügbaren Mittel höchst unzureichend sind, um eine bedeutende Veränderung in Bezug auf die Richtung des EFR zu bringen." Zu den vom Beirat vorgeschlagenen alternativen Finanzierungsquellen zählen die Europäische Investitionsbank und die EU-Strukturfonds. Fotis Kafatos vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) forderte aus der Sicht eines Forschers ein dauerhaftes Engagement für Forschungsinfrastrukturen statt einer Reihe kurzfristiger Projekte. "Wir werden immer noch in der Lage sein, ein Preis-Leistungs-Verhältnis sicherzustellen, da diejenigen, die ineffiziente Ressourcen zur Verfügung stellen, ihre Aufträge an andere Einrichtungen verlieren werden", versprach er. Dr. Kafatos plädierte außerdem für Pragmatismus bei der Frage der Finanzierung und führte an, dass die Zusammensetzung eines Flickwerks multiinstitutioneller Mittel sehr viel besser sei, als überhaupt nicht zu handeln. Abschließend fügte er hinzu: "Es wäre unangemessen, dass gemeinsame Ressourcen mit Forschungsprojekten um Finanzierungsmittel konkurrieren müssen." Die Konferenz wurde mit den Gedanken des griechischen Generalsekretärs für Forschung Dimitris Deniozos und der italienischen Forschungsministerin Letizia Moratti abgeschlossen. Moratti betonte, dass Forschungsinfrastrukturen ein entscheidendes Instrument für das Wachstum der Forschung in Europa seien, und argumentierte folgendermaßen: "Die Mitgliedstaaten haben zwar das Recht, sich individuell zu entwickeln, europaweite Ansätze können jedoch effektiver sein." Deniozos sagte abschließend, dass die Umwandlung vorhandener nationaler Infrastrukturen zu globalen Einrichtungen ein Schlüsselthema sei und dass dieses Thema beim Entwurf des Siebten Rahmenprogramms berücksichtigt werden müsse.

Länder

Griechenland, Italien