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Integriertes Projekt will Lärm mittels Vibrationen senken

Die Europäische Kommission steht kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen über die Einrichtung eines mit 26,5 Millionen Euro ausgestatteten Integrierten Projekts, dessen Ziel die Reduzierung der Lärmbelästigung durch Verkehrssysteme und -infrastrukturen ist. Lärm ist eine sch...

Die Europäische Kommission steht kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen über die Einrichtung eines mit 26,5 Millionen Euro ausgestatteten Integrierten Projekts, dessen Ziel die Reduzierung der Lärmbelästigung durch Verkehrssysteme und -infrastrukturen ist. Lärm ist eine schwerwiegende Umweltbelastung, der geschätzte 100 Millionen Bürger Europas jeden Tag ausgesetzt sind. Die damit verbundenen Schäden sollen mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr betragen. Nun will ein Konsortium aus 42 Partnern aus 13 europäischen Ländern im Rahmen des vorrangigen Bereichs "Nanotechnologien und -wissenschaften, wissensbasierte multifunktionale Werkstoffe sowie neue Produktionsverfahren und -anlagen" (NMP) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) dieses Problem angehen. Das Projekt "Intelligent Materials for Active Noise Reduction" (InMAR) zielt darauf ab, den durch den Straßen- und Schienenverkehr sowohl in den Fahrzeugen als auch in deren Umgebung und durch die entsprechenden Infrastrukturen (z.B. Brücken) entstehenden Lärmpegel zu senken. Dazu stehen dem Konsortium mehrere Vorgehensweisen zur Verfügung. Eine Möglichkeit ist der Einsatz intelligenter Materialien, die gegenläufige Vibrationen erzeugen, um den Vibrationen der Lärmquelle entgegenzuwirken oder diese zu unterdrücken. Dazu sind die verschiedenen Komponenten im Material mit Elektronik und Datensteuerkreisläufen ausgestattet, damit sie entsprechend interagieren können. Neben diesen Techniken zur Lärmunterdrückung an der Quelle werden anderen Materialien auf ihre Lärmisolierungsfähigkeit untersucht. Wie Dr. Thilo Bein von der Technischen Universität Darmstadt, einer der beiden Projektkoordinatoren, im Interview mit CORDIS-Nachrichten sagte, ist es für diese Frage von entscheidender Bedeutung, ein umfangreiches Konsortium zusammenzustellen: "An InMAR werden führende Forschungsinstitute und Hochschulen, Hersteller von Originalteilen [OEM] aus der Automobil- und der Eisenbahnbranche, Zulieferer sowie neun KMU [kleine und mittlere Unternehmen] aus dem Bereich intelligente Strukturen und Materialien beteiligt sein." "Dieses breite Spektrum an Partnern aus verschiedenen Bereichen ist notwendig, weil wir neue Technologien, deren Effizienz bereits im Labor nachgewiesen wurde, zur Massenfertigung bringen wollen", so Dr. Bein. Das Konsortium hofft, dass es Anfang 2004, wenn die Mittel für die ersten vier Jahre des Projekts freigegeben werden, zur Vertragsunterzeichnung kommt. Dann, so der zweite Projektkoordinator Professor Hoger Hanselka, "können wir zusammen mit den anderen Teilnehmern [...] mit der Umsetzung der Ziele des Projekts beginnen".