Luftverschmutzungs-Projektnetz beeinflusst europäische Politik im Bereich der Luftqualität
Ein Eureka-Projekt, an dem Forscher aus 25 Ländern sowie die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Kommission beteiligt sind, hat neue Angaben über die Ursachen und Auswirkungen der Luftverschmutzung vorgelegt. Innerhalb von EUROTRAC-2 waren mehr als 300 Forschergruppen in einem Cluster aus 14 Unterprojekten tätig. Aus der Arbeit des Konsortiums gingen rund 900 wissenschaftliche Veröffentlichungen, über 100 Doktorarbeiten und wichtige neue Erkenntnisse über die Ursachen und das Verhalten von Schadstoffen hervor. Wenn der Vorschlag des Konsortiums für ein Exzellenznetz angenommen wird, soll die Arbeit im Sechsten EU-Rahmenprogramm fortgesetzt werden. Die Ergebnisse des Projekts tragen dazu bei, Wissenslücken im Bereich der Luftverschmutzung zu schließen. Erwartungen zufolge werden sie außerdem einen großen Einfluss auf neue gesetzliche Bestimmungen haben. Die Ergebnisse sind bereits in die Gespräche über die Aktualisierung der EU-Rahmenrichtlinie über die Luftqualität von 1996 und der einschlägigen Bestimmungen eingeflossen. "Grenzüberschreitende Verschmutzung ist ein politisch heikles Thema. Daher sollte man über fundierte wissenschaftliche Argumente verfügen", meint Pauline Midgley vom deutschen GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, das das Projekt koordinierte. Die einzelnen Projekte innerhalb des Clusters beschäftigten sich mit Fragen, die von der Entstehung von sekundären Aerosolen über die städtische Luftverschmutzung auf Parkplätzen und zwischen Gebäuden bis hin zur Satellitenüberwachung von regionalen Schmutzschwaden reichten. Die GFS trug 18,01 Prozent des Budgets in Höhe von 20,98 Millionen Euro bei und leistete damit den zweithöchsten Beitrag nach Deutschland. Schwerpunkt ihres wissenschaftlichen Beitrags war die Aerosolcharakterisierung über dem Nordatlantik und biogene Emissionen im Mittelmeerraum und ihre Rolle bei der Ozonbildung in der Troposphäre.