Reding: Höhere Ausgaben für Hochschulbildung sind wesentlich für Wachstum
Die für Bildung und Kultur zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding äußerte bei der Eröffnung des neuen EU-Programms ERASMUS MUNDUS am 27. Februar an der Sorbonne in Frankreich, dass Europa hinsichtlich der Förderung von Hochschulen hinter den USA zurückliege. "Bildung ist eine Priorität in einer Strategie für langfristiges Wachstum in Europa", erklärte Frau Reding. "Hochschulbildung spielt eine entscheidende Rolle dabei, Innovation, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend globalen Kontext zu fördern. Ein weiteres Studienjahr in irgendeinem europäischen Land könnte mit einem Produktivitätszuwachs von 6,2 Prozent gleichgesetzt werden. Daher ist es erforderlich, in Humankapital zu investieren." Derzeit, so die Kommissarin, seien die Investitionen in Hochschulbildung noch immer nicht ausreichend. Die Vereinigten Staaten geben 2,3 Prozent ihres BIP für Hochschulbildung aus, in der EU sind es lediglich 1,1 Prozent. Die entspricht zwei- bis fünfmal höheren Ausgaben für jede/n Studierende/n einer Hochschule. Obwohl es mehr europäische als amerikanische Studierende mit Abschlüssen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technologie gibt, ist die Gesamtzahl der Absolventen, die Stellen in der Forschung haben, fast ein Drittel niedriger als in den USA. Außerdem entscheidet sich die Mehrheit der europäischen, asiatischen und lateinamerikanischen Studierenden, die an internationalen Austauschprogrammen teilnehmen, für einen Aufenthalt in den USA und nicht in Europa. 2000/2001 gingen 550.000 internationale Studierende in die USA und nur 400.000 nach Europa. Im Interesse der zukünftigen europäischen Wettbewerbsfähigkeit sei es deshalb äußerst wichtig, dass europäische Hochschulen ihre Attraktivität sowohl für Studierende als auch Lehrende aus Europa und anderen Ländern verbessern, unterstrich Reding. ERASMUS MUNDUS ist eines der Instrumente, die von der EU eingeführt wurden, um diese Herausforderungen anzugehen. Es wurde im Dezember 2003 verabschiedet und fördert die Schaffung hochschulübergreifender Master-Studiengänge. Mit einem Budget von 230 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren (2004 bis 2008), "ist es ein erster Schritt zu einem gemeinsamen europäischen Diplom und einem Europäischen Forschungsraum", erklärte Reding.