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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Irischer Minister wirft Frage auf, ob Universitäten auch in Zukunft Forschung und Lehre anbieten sollen

Der irische Bildungsminister Noel Dempsey warf in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz "Learning in the Europe of Knowledge" in Galway, Irland, am 6. Februar die Frage auf, ob die Universitäten auch in Zukunft weiterhin sowohl für die Forschung als auch für die Lehre verantwort...

Der irische Bildungsminister Noel Dempsey warf in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz "Learning in the Europe of Knowledge" in Galway, Irland, am 6. Februar die Frage auf, ob die Universitäten auch in Zukunft weiterhin sowohl für die Forschung als auch für die Lehre verantwortlich sein sollten. Des Weiteren fragte er, ob dies auch in Zukunft "die Norm" sein solle und fügte hinzu: "Natürlich ist dies nicht überall die Norm." Er verwies auf das Beispiel der "Grandes Ecoles" in Frankreich und der "Arts Colleges" in den Vereinigten Staaten, die sich erfolgreich allein auf die Lehre konzentrieren und keine Forschung betreiben. "Unabhängig von der Entscheidung der Bildungsgemeinschaft darf nicht vergessen werden, dass die Hochschulausbildung nicht rein utilitaristischer Natur ist, sondern für die Erhaltung der Kultur und die persönliche Entwicklung eine wichtige Rolle einnimmt", so Noel Dempsey. "Wir dürfen diese [Rolle] nicht aus den Augen verlieren, wenn es darum geht, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Wissensgesellschaft in den kommenden Jahren zu meistern." Der Minister wies auch auf die Finanzkrise zahlreicher Universitäten in Europa hin und stellte mögliche Strategien zur Problemlösung vor. Er sprach sich sowohl gegen höhere öffentliche Fördermittel insgesamt als auch gegen eine stärkere Hochschulförderung durch die öffentliche Hand aus, da es für die Regierungen in der heutigen Zeit kaum möglich sei, die Steuern zu diesem Zweck zu erhöhen oder Mittel aus anderen vorrangigen Bereichen abzuziehen. Auch wenn unumstritten ist, dass die Gesellschaft langfristig von Bildungsinvestitionen profitiert, wäre eine wesentliche Aufstockung der öffentlichen Förderung für die Regierungen "schwer zu rechtfertigen, wenn die vom Steuerzahler bereit gestellten Mittel in erster Linie zugunsten einer grundsätzlich privilegierten Gruppe eingesetzt werden", so Dempsey weiter. "So steht es nun mal um die Hochschulausbildung. Öffentliche Investitionen in diesem Bereich kommen zwar der Allgemeinheit zugute, gleichzeitig ergeben sich jedoch auch erhebliche Vorteile für diejenigen, die direkten Zugang zu dieser Ausbildung haben", fügte er hinzu. Noel Dempsey schlug vor, dass sich die Diskussion statt dessen auf eine Steigerung der privaten Investitionen in die Hochschulausbildung konzentrieren sollte. Das australische sowie das in Großbritannien geplante Modell sehen vor, dass Hochschulabsolventen ihre an der Universität verbrachte Zeit nachträglich bezahlen, sobald ihr Einkommen eine bestimmte Mindestgrenze übersteigt. "Wenn wir über die Grenzen Europas hinausblicken, gibt es etablierte Finanzierungsmodelle, die weit über die Beispiele aus Australien und Großbritannien hinausgehen. Auch wenn sie uns nicht gefallen, ist es doch wichtig, sie zu verstehen." Der Minister fasste das Dilemma wie folgt zusammen: "Eine öffentliche Finanzierung stört uns nicht. Private Investitionen oder gar Gewinne hingegen erscheinen im öffentlichen Sektor häufig dubios", erklärte er. Er räumte jedoch ein, dass über private Investitionen und Gewinne durchaus Kapital für "Forschung, Einrichtungen und andere Bedarfe" beschafft werden könne. Minister Dempsey forderte die Konferenzteilnehmer auf, diese Modelle zu berücksichtigen, wenn es darum gehe, die Herausforderungen anzunehmen, die sich angesichts der Finanzierung des Ausbaus der Hochschulausbildung in einem von Wettbewerb geprägten globalen Umfeld stellen.

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