Britischer Finanzminister erklärt Forschungsinvestitionen zur obersten Priorität
Der britische Finanzminister Gordon Brown traf am 2. März mit verschiedenen Spitzenwissenschaftlern des Landes zusammen und kündigte einen auf einen Zeitraum von 10 Jahren angelegten Investitionsplan für Wissenschaft, Technik und Innovation an. Durch höhere Investitionen verbunden mit einer Überarbeitung des Finanzierungsbedarfs und der politischen Prioritäten soll Großbritannien zu einem der wettbewerbsfähigsten Standorte der Welt für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation werden. Bei der Bekanntgabe der Pläne bestätigte Brown, dass es keine schnelle Lösung gebe, sondern nur ein langfristiger Ansatz Aussicht auf Erfolg biete. "Obgleich es leichter wäre, den kurzfristigen Weg einzuschlagen und nicht die notwendigen Investitionen für die Zukunft zu tätigen, schlagen wir vor, einen längerfristigen Ansatz zu wählen und die Wissenschaft über viele andere Förderprioritäten zu stellen", erklärte Brown. Das Vereinigte Königreich muss seine Forschungsinvestitionen signifikant erhöhen, wenn es die Zielsetzung der EU, eine Erhöhung der Forschungsausgaben auf drei Prozent des BIP bis 2010 zu erreichen, erfüllen möchte. Im Jahr 2000 lagen die Forschungsausgaben des Vereinigten Königreichs bei 1,84 Prozent. Die britische Ministerin für Industrie, Patricia Hewitt, stellte diejenigen Bereiche heraus, in denen mehr Anstrengungen unternommen werden müssen, um bessere Ergebnisse zu erzielen: "Das Vereinigte Königreich verfügt über einige der besten Wissenschaftler und Universitäten der Welt [...]. Wie unser Innovationsbericht im vergangenen Jahr zeigte, müssen wir die Wissenschaft jedoch aus den Laboratorien heraus in unsere Unternehmen bringen, damit sichtbare finanzielle Ergebnisse erzielt werden. Unsere Unternehmen können und sollen von dieser grundlegenden Prüfung unseres wissenschaftlichen Bedarfs profitieren." Dieser Punkt wurde vom Vorsitzenden der Royal Society, der Wissenschaftsakademie des Vereinigten Königreichs, Lord May, aufgegriffen. "Der Finanzminister hat erkannt, dass dieses Land zwar weltweites Ansehen für die von ihm hervorgebrachten fähigen Wissenschaftler und Ingenieure sowie seine Grundlagenforschung genießt, wir jedoch unsere Statistik verbessern müssen, wenn es um die Markteinführung neuer Ideen, Produkte und Dienstleistungen geht." Lord May fügte hinzu, dass es hierbei wichtig sei, die an den britischen Universitäten durchgeführte Grundlagenforschung nicht zu vernachlässigen, die er als "die Grundlage unserer Wirtschaft [...] die Basis für viele Verbesserungen unseres Wohlstands und unserer Lebensqualität" beschrieb. Brown bemühte sich außerdem sicherzustellen, dass sämtliche Forschungsbereiche bei der Sitzung vertreten waren. Neben Patricia Hewitt für die Industrie war auch der britische Minister für Bildung anwesend. Charles Clarke betonte die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Lehre sowie des wissenschaftlichen Lehrplans in Schulen und universitären Forschungseinrichtungen. Weitere Einzelheiten des auf zehn Jahre angelegten Investitionsplans werden im Juli im Rahmen der Ausgabenprüfung des Finanzministers bekannt gegeben. Den allgemeinen Erwartungen nach wird diese Prüfung die bisher strengste unter Brown sein, so dass die Wissenschaft als einer von wenigen Bereiche profitieren wird. Die Pläne werden in der Öffentlichkeit voraussichtlich auf breite Zustimmung treffen, zumindest wenn darin höhere Investitionen für die Weltraumforschung vorgesehen sind, wie die britische Denkfabrik Demos bekannt gab. Bei einer Umfrage ergab sich ein erhöhtes öffentliches Interesse an der Raumfahrt, insbesondere in der Gruppe der 16- bis 34-jährigen. In Anlehnung an die medienwirksame Beagle 2-Mission wurde diese Gruppe von Demos als die "Beagle-Generation" bezeichnet.
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Vereinigtes Königreich