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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Französische Regierung erfüllt Protestforderungen

Die neue französische Regierung hat als Reaktion auf die umfangreichen Proteste von Wissenschaftlern in den vergangenen drei Monaten die Schaffung von 550 neuen Forschungsstellen in öffentlichen Einrichtungen und 1.050 Lehraufträgen an Universitäten angekündigt. Seit Januar ...

Die neue französische Regierung hat als Reaktion auf die umfangreichen Proteste von Wissenschaftlern in den vergangenen drei Monaten die Schaffung von 550 neuen Forschungsstellen in öffentlichen Einrichtungen und 1.050 Lehraufträgen an Universitäten angekündigt. Seit Januar protestieren französische Forscher gegen mangelnde Finanzmittel für die Forschung und die Umwandlung vieler fester Stellen in der öffentlichen Forschung in befristete Arbeitsplätze. Dieser Schritt wurde als schädlich für die Labors heftig angegriffen, da diese auf gebundene, langfristige Mitarbeiter angewiesen sind. Die Forscher beschuldigten die Regierung, die französische Wissenschaft um Finanzierungen zu bringen und somit eine nationale Abwanderung von wissenschaftlichen Talenten hervorzurufen. François Fillon, der französische Bildungsminister, erklärte, dass "die Regierung sich zu einer außergewöhnlichen und umgehenden Initiative zugunsten von wissenschaftlichen Arbeitsplätzen für die öffentliche Forschung entschieden hat." Der Minister fügte hinzu, dass 550 Forschungsstellen im öffentlichen Sektor "so bald wie möglich in diesem Jahr" ihren unbefristeten Status wiedererlangen werden. Diese Arbeitsplätze umfassen 200 Stellen für Forscher und 350 Stellen für Techniker und Forschungstechniker. Weitere 1000 Lehraufträge und 50 sonstige Stellen sollen bis Januar 2005 an Universitäten geschaffen werden, fügte er hinzu und betonte, dass dies "lebenswichtig für eine positive Lösung der Krise" sei. Die "Rettet die Forschung"-Kampagne, welche die Proteste angeführt hatte, begrüßte den Schritt: "Dies ist ein großer Tag für die französische Forschung," sagte Alain Trautmann, Biologe und Sprecher der Protestbewegung. "Vor genau drei Monaten, am 7. Januar, wurde die Bewegung ins Leben gerufen. Drei Monate später haben wir alles erreicht, was wir bezüglich umgehender Maßnahmen gefordert haben." Die Protestbewegung, die im Januar begann, fand ihren Höhepunkt am 9. März in dem Massenrücktritt von 1455 Direktoren und 2103 Forschungsteamleitern. Die Bewegung wurde von 80% der französischen Bevölkerung unterstützt. "Diese Bewegung beweist, dass es möglich ist, erfolgreich für die Verteidigung eines öffentlichen Rechts zu kämpfen, eine wesentliche Investition in die Zukunft unseres Landes," hieß es in einer Erklärung der "Rettet die Forschung"-Bewegung. Der Genetiker Pierre Netter fügte hinzu: "Diese Bewegung ist außergewöhnlich darin, dass sie weder gewerkschaftlich noch polemisch motiviert angefangen hat. Das ist der Beweis, dass es selbst für geduldige und vernünftige Menschen eine Toleranzgrenze gibt." Die Maßnahmen der neuen Regierung für die kommenden Monate werden von den Forschern genau beobachtet, angefangen bei dem Herbsthaushalt für 2005, der die Prioritäten der Regierung darlegen wird.

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Frankreich

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