Kommission erstellt Katalog Europäischer Technologietransfereinrichtungen
Die GD Unternehmen der Europäischen Kommission hat zusammen mit einem Konsortium von europäischen Unternehmen einen Katalog der Technologietransfereinrichtungen in Europa zusammengestellt. Die Datenbank enthält mehr als 1.500 Institutionen und Organisationen in den derzeitigen und künftigen Mitgliedstaaten mitsamt der Kontaktangaben. Wenn verfügbar liefert der Katalog auch zusätzliche Informationen über den Tätigkeitsbereich sowie die abgedeckten wissenschaftlichen und technologischen Gebiete. Technologietransfereinrichtungen (TTI) sind oft die Kanäle, die Wissenschaft und Industrie zusammen bringen. Sie sind unterschiedlich strukturiert und spielen in den nationalen Innovationssystemen unterschiedliche Rollen. In den letzten Jahren haben sowohl Europa als auch die Vereinigten Staaten ein schnelles Wachstum solcher Organisationen erfahren, möglicherweise aufgrund der neuen Gesetzesformen über geistige Eigentumsrechte und die Anerkennung der notwendigen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Technologietransfereinrichtungen werden in dem Katalog definiert als: Organisationen oder Teile einer Organisation, die den Mitarbeitern in öffentlichen Forschungseinrichtungen dabei helfen, das geistige Gut der Einrichtung zu identifizieren und zu verwalten; Organisationen, die den Mitarbeitern in öffentlichen Forschungseinrichtungen dabei helfen, neue Unternehmen zu schaffen um eine Erfindung zu entwickeln oder zu vermarkten; und solche Vertragsforschungsorganisationen, die Forschungsdienste mit einer spezifischen Technologietransferaufgabe für den privaten Sektor erbringen. Die Studie, die zur TTI-Datenbank geführt hat, beinhaltete den Versuch, die verschiedenen Institutionen für Technologietransfer zu klassifizieren und Daten für künftige Analysen des Erfolges oder des Versagens der verschiedenen TTI-Typen zu liefern. Die Studie hebt die Vor- und Nachteile von beispielsweise Technologietransfereinrichtungen hervor, die in öffentliche Forschungsorganisationen integriert sind. Diese haben wahrscheinlich geringere Fixkosten und die Nähe zu Forschern gewährleistet enge Verbindungen und Vertrautheit mit Forschungsprojekten. Dies ist während des Kommerzialisierungsprozesses natürlich sehr nützlich. "Andererseits besteht das Risiko, dass solche TTI sich auf betsehende Unternehmen konzentrieren und neue Gelegenheiten vernachlässigen. Ihre starke Orientierung nach innen könnte die Qualität ihrer Marketingaktivitäten und die Professionalität ihrer Transfer- und Managementsachkenntnis beeinträchtigen," stellt die Studie fest. Die Studie macht in einigen Ländern wie zum Beispiel Deutschland, Schweden und Norwegen eine Tendenz zur Konzentration von Technologietransferdiensten auf Schlüsselakteure fest. Die Vorteile dieser Methode, so heißt es, sei die Professionalität der Transferaktivitäten, Kostendegression und ein breiterer Zugang zu Kommerzialisierungsmöglichkeiten. Zu den Nachteilen gehören eine größere Distanz zur Forschung, unzureichende Anreize für die Nutzung von Möglichkeiten und das schwache Management des Portfolios von Forschungsergebnissen und Kapazitäten bei den öffentlichen Forschungseinrichtungen, mit denen sie verbunden sind. Der Katalog ist das Ergebnis einer laufenden, von der GD Unternehmen finanzierten Studie namens "Verbesserung der Institutionen für den Technologie-Transfer zu Unternehmen (ITTE)". Weitere Ergebnisse werden für Juni 2004 erwartet.