EPA widerruft US-Patent auf Gentest in Europa
Das Europäische Patentamt (EPA) hat das europäische Patent des US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Myriad Genetics auf einen Gentest für Brust- und Eierstockkrebs widerrufen. In einer Erklärung des EPA heißt es, dass es dem Einspruch von wissenschaftlichen Einrichtungen einschließlich des Institut Marie Curie in Frankreich gegen das Patent stattgebe und begründete die Entscheidung damit, dass das Monopol des Unternehmens die Entwicklung von Forschungsvorhaben und die Identifizierung neuer Tests behindern würde. Das EPA erklärte außerdem, dass die in dem Patent vermerkte Arbeit nicht neuartig genug sei um sich unter europäischem Patentrecht für einen Patentschutz zu qualifizieren, und dass Myriad Genetics Fehler bei der Dekodierung der relevanten Gensequenzen unterlaufen seien. Das von Myriad Genetics beantragte Patent umfasst einen Test, der durch Untersuchen von Mutationen im BRCA1-Gen vorhersagen kann, ob eine Frau einem erhöhten Risiko von Brust- oder Eierstockkrebs ausgesetzt ist. Tatsächlich haben Studien ergeben, dass Patienten mit Mutationen im BRCA1-Gen ein weitaus größeres Risiko haben, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, als die übrigen Frauen. Myriad Genetics verlangt rund 3.000Euro Gebühren für einen Dispositionstest und erlaubt anderen Laboren nicht, diesen durchzuführen. Dr. Dominique Stoppa-Lyonnet, Leiterin der Genetikabteilung beim Institut Marie Curie, bemängelte, dass Myriad die medizinische Forschung verlangsamt habe, indem es anderen die Durchführung und potenzielle Verbesserung des Tests untersage. Sie fügte hinzu, dass die von ihrem Institut durchgeführten Arbeiten zu dem Ergebnis kamen, dass bei dem Testverfahren von Myriad etwa 15% der Mutationen des Gens übersehen werden.
Länder
Frankreich