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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Versicherungsindustrie warnt vor Risiken der Nanotechnologie

Eine große Rückversicherung rät den Versicherungen, die Abdeckung von Produkten, die nanotechnologisch hergestellt wurden, neu zu überdenken bis mehr über die möglichen Nebeneffekte dieser Technologie bekannt sei. "Als bedeutender Risikoträger kann die Assekuranz die Einführu...

Eine große Rückversicherung rät den Versicherungen, die Abdeckung von Produkten, die nanotechnologisch hergestellt wurden, neu zu überdenken bis mehr über die möglichen Nebeneffekte dieser Technologie bekannt sei. "Als bedeutender Risikoträger kann die Assekuranz die Einführung einer neuen Technologie nur dann verantwortungsvoll begleiten und unterstützen, wenn sie die damit verbundenen Risiken evaluieren und berechnen kann", sagt Swiss Re. "Ein Risiko muss identifiziert werden bevor seine Folgen gemessen und eine Entscheidung über den besten Ansatz für ein Risikomanagement getroffen werden kann." Swiss Re ruft daher zu einem offenen Risikodialog auf, der die Industrie, Wissenschaftler, Regulierungsbehörden und die Assekuranz beteiligt. Diese Empfehlung ist in dem Bericht "Nanotechnologie: Kleine Teile - große Zukunft?" enthalten. Annabelle Hett, Risikosachverständige bei Swiss Re, wies darauf hin, dass die Existenz von Nanopartikeln nicht notwendigerweise eine Bedrohung für die Menschen oder die Umwelt darstelle. "Ein Risiko entsteht nur, wenn einige der Partikeleigenschaften schädlich werden", sagte sie. Bis jetzt "ist nicht genügend Forschung betrieben worden um mit Sicherheit sagen zu können, ob und inwiefern Nanopartikel oder damit hergestellte Produkte tatsächlich eine Bedrohung darstellen." Einige Forschungsergebnisse legen eine von der Nanotechnologie ausgehende echte gesundheitliche Bedrohung nahe. US-amerikanische Forscher haben vor kurzem herausgefunden, dass Nanopartikel Gehirnschäden bei Fischen verursachen können. Swiss Re zögert, dieses Risiko auf den Menschen zu übertragen, weist aber darauf hin, dass Studien am Menschen durchgeführt werden müssten, um Sicherheit über die Risiken zu erlangen, was jedoch nicht möglich sei. Eine Sorge für viele Versicherungsunternehmen könnte sein, dass sich Schadensansprüche wie zum Beispiel diejenigen bezüglich der Asbestaussetzung wiederholen könnten. Jüngste krankheitsbezogene Schadensansprüche datierten manchmal bis zurück in die 1970er Jahre und haben die Versicherungen Milliarden von Euro gekostet. Eine Vielzahl neuer Nanoprodukte ist nach einer relativ kurzen Forschungs- und Entwicklungsphase in den Markt eingeführt worden. "Denn wie bei jeder neuen technologischen Entwicklung haben Spezialisten noch kein fundiertes Wissen aus der Vergangenheit und keine geeignete Methode, um die Folgen möglicher Veränderungen für die Zukunft definitiv abschätzen zu können", erklärt der Bericht von Swiss Re. Swiss Re hat Expertenteams aufgebaut, die neue oder sich verändernde Risiken verfolgen, und die Nanotechnologie fällt in diese Kategorie. Nach Ansicht von Swiss Re sollten die Versicherungen diesem Beispiel folgen. "Für die Rückversicherung ist es wichtig zu wissen, welche Schäden eine neue Technologie verursachen kann und wie das Ausmass und die Häufigkeit solcher Schäden sein kann. Können die Eckwerte einigermassen bestimmt werden, ist die künftige Schadenlast abschätzbar, und man kann eine risikoadäquate Prämie berechnen und Versicherungsschutz gewähren."

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