Minister erkennen bei OECD-Konferenz die Bewertung von Politiken als Schlüssel für die Unterstützung innovativer KMU an
Minister und Vertreter aus 64 Ländern, die anlässlich einer Ministerkonferenz der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) am 4. und 5. Juni in Istanbul, Türkei, zusammentrafen, versuchten gemeinsam die folgende Frage zu beantworten: Welche Instrumente funktionieren im Hinblick auf die Stimulierung des Wachstums von innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)? Die Delegationen konnten hierbei sehr von den Berichten anderer Länder über dort erfolgreiche Maßnahmen profitieren, wie z.B. die Entwicklung von Unternehmensclustern, Steuerbefreiungen, die Bereitstellung von Risikokapital durch die Regierung, Unterstützung für den Abschluss des ersten Exportvertrags sowie die Motivierung neuer Unternehmen zum Besuch von Messen. Obgleich die Teilnehmer zweifelsohne von den Berichten über die Erfolgsrezepte der anderen profitierten, fand die Idee starke Unterstützung, dass der Schlüssel zum Finden der richtigen politischen Werkzeuge in einem effizienten Bewertungsverfahren der bereits eingesetzten Maßnahmen liege. Aus diesem Grund wird in der Ministererklärung von Istanbul, die am Ende der Beratungen angenommen wurde, anerkannt, dass "ein wichtiges Thema, das über den Rahmen dieser Diskussion hinausgeht, die Notwendigkeit ist, eine Bewertungskultur aufzubauen, in der Programme und Politiken systematisch überprüft werden, um diejenigen, die beibehalten werden sollen, zu stärken und zu verbessern". Die Erklärung wurde von Herwig Schlögl, stellvertretender Generalsekretär der OECD, als ein "Konsensdokument" beschrieben. "Ich bin mir darüber im Klaren, dass einige Delegationen das Gefühl haben, ihre Prioritäten seien nicht einbezogen worden, doch dies ist ein Konsensdokument, und wie Sie wissen bedeutet ein Konsens einen Kompromiss." Das Dokument ist eine Zusammenfassung der Ideen und Fallbeispiele, die auf der Konferenz besprochen wurden. In groben Zügen wird das beste Paket von Politiken dargestellt, mit denen die Gründung und das schnelle Wachstum von KMU gefördert werden: stabile makroökonomische Politiken; ein rechtlicher Rahmen, in dem die Bedarfe von KMU und die Integration in den formellen Sektor berücksichtigt werden sowie ein System, das die Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien unterstützt, insbesondere durch die Stärkung der Schnittstelle Wissenschaft-Innovation. Weitere als effektiv anerkannte Instrumente umfassen Programme zur Unterstützung und Entwicklung von KMU sowie Politiken, die zur Mobilisierung von Humanressourcen beitragen. Die Teilnehmer bestätigten, dass die Prioritäten entsprechend der Entwicklungsstufe eines Landes, dem institutionellen System sowie dem politischen Kontext variieren. Dennoch gab es Themen, die von allen als besonders wichtig anerkannt wurden. Hierzu zählt die Notwendigkeit, Hindernisse für den Zugang von KMU zu globalen Märkten abzubauen; den Zugang zu Fördermitteln für KMU zu verbessern; eine Bewertungskultur zu entwickeln sowie sicherzustellen, dass die politischen Entscheidungsträger in der Lage sind, ihre Entscheidungen auf der Grundlage empirischer Beweise zu treffen. Viele Teilnehmer betonten, dass der Zugang zu Fördermitteln zwar wichtig, jedoch häufig nicht das größte Hindernis für das Wachstum von KMU sei. Mehrere Teilnehmer, einschließlich Jonathan Ortmans, dem Leiter der Commission on Global Entrepreneurship (Kommission für globales Unternehmertum) der Kauffman Foundation, sprachen von der Anerkennung des Scheiterns als "einem der kulturellen Vorteile der USA". Er fügte hinzu: "Es gibt keinen Zweifel, zum Unternehmertum gehört auch das Scheitern." David Storey, Leiter des Small Business Centre an der Universität Warwick, Vereinigtes Königreich, gab den politischen Entscheidungsträgern einige Ratschläge, denen er jahrelange Beobachtungen von Politiken zur Förderung von KMU zugrunde legte. "Die Minister haben für alles eine Politik, doch wichtig ist, ob diese funktioniert", erklärte er. Seine Empfehlung lautet, dass sie "weniger besser, anstatt mehr schlechter" tun sollen. Seiner Aussage nach sollten die politischen Entscheidungsträger vier Fragen zu ihren Politiken beantworten können: Sind sie deutlich und kohärent? Gibt es klare Zielsetzungen? Wie lauten die Ziele? Werden sie bewertet? "Wenn keine Bewertung vorgenommen wird, macht man sich selbst vor, dass die gesetzten Ziele erreicht werden", fügte Dr. Storey hinzu.