Neues britisches Exzellenz-Zentrum befasst sich mit unheilbaren Krankheiten
Die Universität Cambridge hat angekündigt, dass sie ein Zentrum für die Forschung mit humanen Embryonenstammzellen eröffnen wird, das Behandlungen für eine Reihe derzeit unheilbarer Erkrankungen entwickeln wird. Mit einem Budget von 16,5 Millionen Pfund (25 Millionen Euro) wird das Zentrum weltweit das größte seiner Art für diese Forschungen sein. Großbritanniens Entscheidung zum Bau dieses Zentrums folgt der Einrichtung einer nationalen Stammzellenbank, in der Hunderte verschiedener Stammzellentypen für die zukünftige Verwendung in der Transplantationsmedizin gelagert werden. "Die koordinierten Bemühungen seitens des britischen Stammzellenunternehmens hebt Großbritannien als Ort für diese Forschungen hervor", erklärt Professor Roger Pedersen, zukünftiger Leiter des Zentrums. "Es macht Großbritannien zum führenden Land auf diesem Gebiet." In den vergangenen zehn Jahren ist die Stammzellenforschung nämlich zu einer der vielversprechendsten Entwicklungen in der modernen Medizin geworden, und man hofft, dass dies zu Behandlungen gegen unheilbare Krankheiten führt, die von Gehirnerkrankungen über Diabetes und Multiple Sklerose bis hin zu Rückenmarksverletzungen reichen. Zunächst muss man verstehen, was Professor Pedersen unter "Stamm-Eigenschaft" versteht, nämlich die Fähigkeit der embryonalen Stammzellen, sich zu jeder Art menschlichen Gewebes auszubilden, darunter Blut, Muskeln, Fett, Knochen, Organe, Nerven, Zähne, Haare, Haut Nägel usw. "Wir wollen hochmoderne Robotik einsetzen, um die Stammzellenforschung ins 21.Jahrhundert zu bringen", meinte Professor Pedersen. Es ist geplant, dass bei zukünftigen Transplantationsoperationen die Stammzellen geschädigte Gewebe oder Organe in situ reparieren, statt dass sie vollkommen durch Spenderorgane ersetzt werden. In der Theorie könnte beispielsweise ein Patient mit einem kranken Herzen Stammzelleninjektionen erhalten, die seine eigene DNS beinhalten und dann einen neuen Herzmuskel ausbilden. Die Stammzellenforschung wird wahrscheinlich zu innovativen Zelltransplantationsbehandlungen und zu einem besseren Verständnis der Regenerationsfähigkeit des Körpers führen, so meint Professor Pedersen. Zunächst wird sich das Zentrum mit Diabetes bei Kindern und Parkinson befassen. "Tausende von Menschen leben mit den Auswirkungen des Diabetes im Kindesalter, obwohl sie Insulin nehmen. Und auch die vorhandenen Therapien gegen Parkinson, Alzheimer und Multiple Sklerose bringen keine Heilung", erklärte der neue Leiter. "Das neue Zentrum wird den Wissenschaftlern helfen, die Kluft zwischen der Stammzellengrundlagenforschung und der klinischen Anwendung zu schließen und schneller neue Behandlungen aus dem Labor in die Klinik gegen Krankheiten zu bringen, die derzeit nicht heilbar sind." Colin Blakemore, Chief Executive des britischen Medical Research Council, stimmt dem zu und erklärte, dass die "Stammzellenwissenschaft enorme Hoffnungen für die zukünftige Behandlung zahlreicher lebensbedrohlicher Erkrankungen weckt." "Wir planen, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit Versuchen am Menschen zu beginnen. Dafür müssen wir die grundlegenden Eigenschaften der Stammzellen verstehen - und das ist der Zweck dieses Programms", erklärte Professor Pedersen. "Aber wir gehen davon aus, dass wir binnen fünf Jahren Behandlungen für die Patienten entwickeln." In dem neuen Zentrum werden letztendlich bis zu 150 Wissenschaftler arbeiten.
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Vereinigtes Königreich