Gerät für Kindersicherheit mit EU-Mitteln in Nordirland entwickelt
Besorgt über die anscheinend zunehmende Zahl von Kindesentführungen hat ein Konsortium in Nordirland mit EU-Mitteln aus dem Strukturfonds ein Gerät entwickelt, mit dem Eltern die Bewegungen des Kindes über das Internet in Echtzeit verfolgen können. KinderGUARD setzt nicht nur die Technik der Positionsverfolgung zur Anzeige des Standorts der Person, die das Gerät trägt, ein, sondern überwacht auch die wichtigsten biometrischen Parameter. Ein Alarm wird ausgelöst, sobald das Kind den Bereich verlässt, in dem es sich befinden sollte, wenn der Biometriksensor anzeigt, dass das Kind in Not sein könnte, oder wenn das Gerät von einem Unbefugten getragen wird. Das Gerät gibt es in Form einer Armbanduhr oder eines Schmuckstücks, oder es kann einfach in die Tasche gesteckt werden, und das kinderfreundliche Design wird dafür sorgen, dass Kinder Gerät und Sensor gerne tragen. Die beiden Hauptpartner, die diese Technologie entwickeln, die Internettechnologiefirma TUBUS und die Universität Ulster, wollten KinderGUARD ursprünglich vor der Einführung in Europa zunächst in den USA auf den Markt bringen. Kindesentführungen sind in den USA, wo alle 45 Sekunden ein Kind als vermisst gemeldet wird, eine großes Problem. Doch das immense Interesse großer europäischer Länder bedeutet, dass die Einführung in Europa wohl vorgezogen wird. "Leider leben wir heute in einer Gesellschaft, in der Kinder nicht sicher sind, wenn sie ihr Zuhause verlassen", erklärte Ray Douglas, CEO bei TIBUS. Durch die zusätzlichen 250.000 GBP (369.000 Euro) kann das Konsortium nun die funktionalen und technischen Anforderungen für das Internet-gestützte drahtlose Gerät weiter untersuchen und Pläne für einen Prototyp und Versuche machen, fügte Ray Douglas hinzu. Die Patentanmeldungen wurden vor kurzem vom Europäischen Patentamt genehmigt, was laut den Worten von Professor Gerard Parr von der Universität Ulster gegenüber CORDIS Nachrichten allen Beteiligten 'erheblichen Auftrieb gegeben hat. "Dies hat uns eine klare Linie zum Weitermachen gezeigt", fügte er hinzu. Das Konsortium wird nun auf internationaler Ebene Patentanträge stellen. "KinderGUARD begann als Initiative Nordirlands, aber wir haben rasch den globalen Bedarf erkannt", erklärte Professor Parr. Es gibt derzeit keine europaweiten Standards hinsichtlich der Sicherheit von Kindern - eine Lücke, zu deren Schließung KinderGUARD nach Ansicht von Professor Parr beitragen könnte. Es besteht die Möglichkeit, das System in den EU-Mitgliedsstaaten zu erproben, und Professor Parr möchte KinderGUARD auch gerne einen anderen europäischen Aspekt geben: Während die Technik zur Positionsverfolgung des Geräts derzeit das amerikanische GPS (Global Positioning System) einsetzt, sieht Professor Parr Galileo, das geplante europäische Satellitennavigationssystem, als eine "große Chance - eine klassische Fallstudie zum Nutzen der europäischen Bürger". Um die Möglichkeit eines Einsatzes von Galileo auszuloten und um Tests in ganz Europa zu machen, ist das KinderGUARD-Team nun auf der Suche nach Partnern. Obgleich das Team nach den Worten von Professor Parr "als kleine Gruppe von Enthusiasten und Technikern begonnen hat", bedeuten nun die internationalen Pläne und das hohe internationale Interesse, dass das Konsortium expandieren muss. Das Interesse beschränkt sich nicht allein auf den Einsatz von KinderGUARD als Vorrichtung für die Sicherheit von Kindern. Zu den weiteren möglichen Anwendungen gehören die nationale Sicherheit, kontrollierter Zugang zu wichtigen Einrichtungen (Flughäfen, Containerhäfen und Regierungsgebäuden) sowie Zugang zu Finanzdiensten. Analysten der Industrie sind der Ansicht, dass diese Dienste 2005 eine jährliche Ertragsmöglichkeit von 7,3 Milliarden Euro in Europa und zusätzlichen 5,7 Milliarden Euro in den USA mit sich bringen.
Länder
Vereinigtes Königreich