Diskussion zur Stammzellenforschung in den USA wird weiter angeheizt
Die Europäer sind nicht die einzigen, die hinsichtlich der Frage, ob für die Unterstützung der Stammzellenforschung öffentliche Gelder verwendet werden sollen, Schwierigkeiten haben, zu einer Einigung zu kommen. Jüngste Umfragen in den USA zu der Frage, ob öffentliche Mittel in die Forschung mit Embryo-Stammzellen fließen sollten, ergaben eine zweigeteilte öffentliche Meinung. Auf die Frage "Sind Sie für oder gegen eine öffentlich finanzierte Forschung mit Embryo-Stammzellen?" sprachen sich 43 Prozent für eine derartige Politik aus, während 47 Prozent erklärten, sie seien dagegen. Die Umfrage wurde anhand von telefonischen Befragungen 1.001 erwachsener Amerikaner über einen Zeitraum von fünf Tagen im August diesen Jahres durchgeführt. Forschung mit Embryo-Stammzellen würde bedeuten, Embryos zu verwenden, die bei In-vitro-Befruchtungen übrig bleiben und normalerweise zerstört werden. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass durch eine solche Forschung Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Krankheiten gefunden werden könnten, einschließlich Alzheimer und Parkinson. Vor drei Jahren führte US-Präsident George W. Bush jedoch "ethische Fragen" an, als er den Einsatz staatlicher Gelder für die Forschung mit Embryo-Stammzellen verbot. Die Angelegenheit wurde in den USA zu einer Streitfrage, in der sich bekannte Amerikaner sowohl für als auch gegen die Forschung aussprechen. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten John Kerry versprach, im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten die bestehenden Einschränkungen aufzuheben. Das Thema ist besonders in Kalifornien strittig, wo die Wähler darüber entscheiden werden, ob mit dem Tag, an dem Sie im November einen neuen US-Präsidenten wählen, auch gleichzeitig ein drei Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) teures Programm für die Forschung mit Embryo-Stammzellen auf den Weg gebracht werden soll. Eine Reihe bekannter Persönlichkeiten, u.a. Bill Gates, andere Magnaten aus Silicon Valley, Nobelpreisträger und Hollywoodgrößen, unterstützen die Maßnahme und spendeten bereits große Geldsummen für die "Ja"-Kampagne. Die Gegner des Programms planen jedoch ebenfalls eine öffentlichkeitswirksame Kampagne.
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Vereinigte Staaten