Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-01-20

Article available in the following languages:

Kanada will mit neuem europäisch-kanadischen Kooperationsbüro gegen die geringe kanadische Beteiligung an Rahmenprogrammen vorgehen

Sowohl die EU als auch Kanada müssen hinsichtlich der wissenschaftlichen Zusammenarbeit aktiver werden, erklärt Paola de Rose, Wissenschafts- und Technologieberaterin der Kanadischen Mission für die EU. Im Gespräch mit CORDIS News führte sie an, dass trotz der Unterzeichnung e...

Sowohl die EU als auch Kanada müssen hinsichtlich der wissenschaftlichen Zusammenarbeit aktiver werden, erklärt Paola de Rose, Wissenschafts- und Technologieberaterin der Kanadischen Mission für die EU. Im Gespräch mit CORDIS News führte sie an, dass trotz der Unterzeichnung eines Wissenschafts- und Technologieabkommens zwischen den beiden Parteien in den Jahren 1996 und 1999 keine konkreten Maßnahmen ergriffen worden seien. Paola de Rose wies außerdem darauf hin, dass das Sechste Rahmenprogramm (RP6) zwar "in Bezug auf eine paneuropäische Zusammenarbeit sehr produktiv ist, es jedoch nicht für die Kollaboration außerhalb der EU bestimmt ist und die Teilnahme an RP6-Projekten für Drittländer daher oft schwierig ist". Paola de Rose arbeitet seit drei Jahren in Brüssel, wo sie versucht, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada zu verstärken, indem sie sowohl für europäische als auch für kanadische Forscher Informationen über die Möglichkeiten einer Beteiligung an multinationalen Konsortien bereitstellt. 2004 organisierte sie zwei Seminare zu den Themen Klimawandel und Populationsgenomik, an denen Wissenschaftler aus Kanada und der EU sowie politische Entscheidungsträger und Fördereinrichtungen teilnahmen. "Beide Seminare waren ein Erfolg", erklärte de Rose gegenüber CORDIS News. "Es besteht auf beiden Seiten großes Interesse." Etwa 120 Kanadier beteiligten sich an RP5-Projekten. Für das RP6 seien die Statistiken vielversprechend, erklärte de Rose. Man spreche von 284 kanadischen Teilnehmern. Es sei offensichtlich noch zu früh für endgültige Zahlen, doch die letzten Zahlen zeigten, dass bei Ablauf der ersten Ausschreibung 30 Projektvorschläge unter Mitwirkung kanadischer Wissenschaftler eingegangen seien. "Ich bin mit den Fortschritten, die wir machen, sehr zufrieden", erklärte Paola de Rose, bemerkte allerdings, dass die Zusammenarbeit auf bilateraler Ebene zwar gut funktioniere, insbesondere mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich, auf EU-Ebene jedoch schwierig bleibe und sich dieses Problem mit der EU-Erweiterung noch verstärkt habe. Dies liege z.T. an einem mangelnden Bewusstsein, erklärte de Rose, denn europäischen Wissenschaftlern sei oft nicht klar, dass sie Drittländer in ihre Projekte integrieren können. "Es ist zudem bedauernswert, dass sich selbst innerhalb der GD Forschung der Europäischen Kommission manche offiziellen Vertreter der internationalen Aspekte nicht bewusst sind", fügte sie hinzu. Ein Wissenschafts- und Technologieabkommen zwischen der EU und Kanada wurde zum ersten Mal im Jahr 1996 unterzeichnet, um die Kooperation in den Bereichen Landwirtschaft, medizinische und Gesundheitsforschung, nichtnukleare Energie, Umwelt und Erdbeobachtung, Forstwirtschaft, Informationstechnologien und Mineralverarbeitung zu fördern. Das Abkommen wurde 1999 auf alle Sektoren erweitert. Ziel des Abkommens war die Öffnung kanadischer und europäischer Forschungsprogramme für den gegenseitigen selbstfinanzierten Zugang, was bedeutete, dass Kanadier unter Verwendung kanadischer Mittel an europäischen Forschungsprogrammen teilnehmen konnten und umgekehrt. "Leider", erklärte De Rose, "hat keine Seite Geld bereitgestellt, um dieses Abkommen umzusetzen, obgleich der politische Wille besteht". Auf die Frage nach zukünftigen Maßnahmen zur Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada erklärte de Rose, dass Kanada plane, als Reaktion auf einen kürzlich erfolgten offenen Aufruf zur internationalen Zusammenarbeit vonseiten der GD Forschung einen Vorschlag einzureichen. "Wir möchten ein spezielles, von der EU und Kanada gemeinsam finanziertes Organ schaffen", erklärte sie. Das Organ soll den Namen ERA-CAN tragen und die Form eines kanadisch-europäischen Wissenschafts- und Technologiekooperationsbüros in Ottawa annehmen mit der Aufgabe, die Verbindungen zwischen Kanada und dem Europäischen Forschungsraum (EFR) zu intensivieren. Bezug nehmend auf das ERA-CAN-Konzeptdokument erklärte de Rose, dass "kanadische und europäische Forscher von praktischen Leistungen profitieren würden, um die Entwicklung einer kollaborativen FuE zu fördern. Es besteht keine Notwendigkeit oder Möglichkeit für die Regierungen, die gesamte kollaborative Forschung zu überblicken oder zu fördern. Trotzdem sind bestimmte Dienste zur Förderung der Zusammenarbeit zersplittert oder fehlen ganz. ERA-CAN könnte das ergänzen, was einzelne Akteure derzeit auf relativ unkoordinierte Art versuchen." Das Büro wird dazu beitragen, eine stärkere FuE-Kollaboration aufzubauen, indem ein Bewusstsein für Chancen geschaffen wird, z.B. in Bezug auf kollaborative Forschung, Forschermobilität, Peer Review, Technologietransfer sowie einen Dialog zu Systemen und Ergebnissen. Das Büro wird nicht nur Informationen zur Vermittlung von Partnerschaften, Forschungsförderung oder Stipendien bereitstellen, sondern auch praktische Hilfe bei Bewerbungen, Verträgen und Fragen des geistigen Eigentums anbieten.

Länder

Kanada

Mein Booklet 0 0