Globale Erdbeobachtungssysteme machen Fortschritte
Am 27. und 28. September haben sich Teilnehmer der internationalen Gruppe für Erdbeobachtungen (GEO - Group on Earth Observations) in Brüssel getroffen, um weitere Verhandlungen über einen Zehnjahresplan für die Einführung eines globalen Erdbeboachtungssystems zu führen. Die Idee des Systems besteht darin, Daten von den verschiedensten Erdbeobachtungstechnologien zusammenzutragen. Momentan gibt es tausende Datenbojen in den Weltmeeren, tausende landgestützte Beobachtungsstationen sowie über 50 Umweltsatelliten, die die Erde umkreisen. Die mit diesen Technologien gewonnenen Informationen werden für unterschiedlichste Zwecke verwendet - von der Schätzung von Ernteerträgen über die Überwachung der Wasser- und Luftqualität bis hin zur Verbesserung der Flugsicherheit. Da diese einzelnen Satelliten und Umweltstationen nicht intergiert sind, ist ein Gesamtbild der Ereignisse auf unserem Planeten nicht möglich. Die GEO wird von vier Kovorsitzenden gelenkt: Achilleas Mitsos, Generaldirektor für das GD Forschung der Europäischen Kommission; Akio Yuki, Stellvertretender Minister für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie in Japan; Conrad Lautenbacher, Unterstaatssekretär im amerikanischen Handelsministerium mit Zuständigkeit für Ozeane und Atmosphäre; sowie Rob Adam, Generaldirektor des südafrikanischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie. Alle genannten Personen haben am 28. September ihren Standpunkt zum vorgeschlagenen System sowie zu den Fortschritten bei der Einführung dargelegt. Dr. Adam verdeutlichte den Bedarf nach einem globalen Erdbeobachtungssystem: "Mit diesem 'System der Systeme können all die verschiedenen Systeme integriert werden. Dazu gehören Temperaturmesssysteme ebenso wie Systeme, die Schädlinge zählen oder die Erde aus dem Weltall beobachten. Ohne Integration gehen viele wichtige Informationen verloren." Er fügte hinzu, dass die Initiative zwar ohne Zweifel politischer Natur ist, dass sie aber an der Wissenschaft orientiert sein wird. Europa wird sich an diesem System der Systeme mit GMES ('global monitoring for environment and security) beteiligen. Hierbei handelt es sich um eine Initative für globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung. Vizeadmiral Lautenbacher sagte außerdem, dass er überzeugt ist, dass "wir mit vereinten Kräften und der Beachtung von Synergien eine Grundlage für die zukünftige Verbesserung der Gesundheit, der sozialen Struktur sowie der nachhaltigen Entwicklung schaffen werden". Die Einzelheiten des Zehnjahresplans für die Systemeinführung müssen noch erarbeitet werden. Conrad Lautenbaucher beschrieb dieses Projekt als "Roman, dessen Ende noch nicht geschrieben ist". Die Einzelheiten werden auf dem nächsten GEO-Treffen festgelegt, das im November im kanadischen Ottawa stattfinden wird. Danach werden die Details den Ministern auf dem dritten Erdbeobachtungsgipfel am 16. Februar in Brüssel präsentiert. "Wenn wir uns in Ottawa auf die Einführung eines ehrgeizigen, aber pragmatischen Zehnjahresplans einigen können, wäre das ein großer Erfolg. Meinungsverschiedenheiten oder mangelnde Klarheit sind mit einem Misserfolg gleichzusetzen. Aber wir haben jeden Grund, um fest an einen Erfolg zu glauben", sagte Dr. Mitsos.