Dioxinskandal unterstreicht Effizienz des europäischen Schnellwarnsystems, so Byrne
Das neue europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittelsicherheit funktioniere gut, erklärte David Byrne nach der Entdeckung dioxinverseuchter Kartoffelabfallprodukte in den Niederlanden. Bei einem niederländischen Hersteller von Kartoffelprodukten wurden hohe Dioxinkonzentrationen in Abfallprodukten wie Kartoffelschalen festgestellt, die als Tierfutter verwendet werden. Daraufhin wurde das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittelsicherheit sofort aktiviert. Als Ergebnis wurden 162 landwirtschaftliche Betriebe in den Niederlanden, acht Betriebe in Belgien und drei Betriebe in Deutschland, an die das Tierfutter geliefert wurde, umgehend von den Behörden geschlossen. Die Kommission koordinierte die Rückverfolgung der Lieferketten über das neue Warnsystem und konnte dadurch einen neuerlichen Lebensmittelskandal in Europa vermeiden. David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, brachte sein Vertrauen in die Nahrungskette zum Ausdruck und erklärte, der Dioxinskandal habe die Bedeutung der Nachverfolgbarkeit unterstrichen und die Fortschritte aufgezeigt, die hinsichtlich der Risikoverminderung in der Lebensmittelindustrie bereits erzielt worden seien. "Bislang arbeitet unser Rückverfolgbarkeits- und Warnsystem gut. Es ist extrem wichtig, dass das Vertrauen der Verbraucher in unsere Nahrungskette nicht beeinträchtigt wird", so Byrne. "Die Behörden der Mitgliedstaaten und die Kommission arbeiten eng zusammen um sicherzustellen, dass die Verbrauchersicherheit nicht gefährdet ist", fügte der Kommissar hinzu. Die nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten sind derzeit damit befasst, die Produkte in der Nahrungskette rückzuverfolgen. Nach Aussage der Kommission besteht keine Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher. Die EU-Gesetzgebung zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln tritt im Januar 2005 in Kraft. "Die Probennahme und Analyse der an die landwirtschaftlichen Betriebe gelieferten Kartoffelabfallprodukte sowie der aus den betroffenen Betrieben stammenden Produkte tierischen Ursprungs ist noch nicht abgeschlossen", erklärte die Kommission. "Ergebnisse werden in den nächsten Tagen vorliegen. Dann kann auch entschieden werden, ob die vorübergehende Schließung für einige landwirtschaftliche Betriebe wieder aufgehoben werden kann. Bislang wurden bei der Analyse der für den Verzehr durch den Menschen gedachten Kartoffelprodukte des niederländischen Unternehmens keine bedenklichen Dioxinwerte festgestellt." Die neue EU-Verordnung sieht eine Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen der Wertschöpfungskette vor. Die Unternehmen sind im Rahmen dieser neuen Verordnung verpflichtet, ein System einzurichten, über das der Weg von Produkten in der Lieferkette schnell und uneingeschränkt rückverfolgt werden kann. Die Europäische Kommission hat bereits verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die Transparenz der Lieferkette zu verbessern. Mit TRACES (Trade Control and Expert System) führte die Kommission im April beispielsweise die erste EU-weite e-Government-Anwendung im Bereich der Lebensmittelsicherheit ein, mit der die Verwaltung von Tierverbringungen von außerhalb der EU kommend und innerhalb der EU verbessert werden soll.
Länder
Belgien, Deutschland, Niederlande