Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-01-20

Article available in the following languages:

Integriertes Projekt AIMs zur Senkung der Kosten von Biotech-Pharmazeutika

Die Europäische Kommission hat ein neues 11,5 Millionen Euro teures Integriertes Projekt (IP) ins Leben gerufen, mit dem die Kosten neuer biotechnologischer Pharmazeutika durch die Ermittlung von Verbesserungsmöglichkeiten im Herstellungsprozess gesenkt werden sollen. An der ...

Die Europäische Kommission hat ein neues 11,5 Millionen Euro teures Integriertes Projekt (IP) ins Leben gerufen, mit dem die Kosten neuer biotechnologischer Pharmazeutika durch die Ermittlung von Verbesserungsmöglichkeiten im Herstellungsprozess gesenkt werden sollen. An der AIMs (Advanced Interactive Materials by Design)-Initiative sind 24 Partner aus Industrie und akademischer Welt sowie weitere Akteure aus 12 europäischen Ländern beteiligt. Koordiniert wird das Projekt von Andrzej Górak von der Universität Dortmund. Die Finanzierung erfolgt unter dem vorrangigen Themenbereich "Nanotechnologien und Nanowissenschaften, wissensbasierte multifunktionelle Materialien und neue Produktionsverfahren und -anlagen" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6). CORDIS News sprach mit Projektsprecherin Barbara Zeidler von der Universität Dortmund und fragte sie, was das Konsortium im Laufe der vierjährigen Zusammenarbeit erreichen möchte. Das AIMs-Projekt, erklärte Dr. Zeidler, sei darauf ausgerichtet, verbesserte Methoden zur Herstellung monoklonaler Antikörper (MAK) zu finden. Bei MAK handelt es sich um im Labor hergestellte Biomoleküle, die menschlichen Antikörpern ähneln, deren charakteristisches Merkmal verglichen mit anderen Medikamenten jedoch die Fähigkeit ist, nur an einen einzigen Molekültyp zu binden. Derzeit werden MAK hauptsächlich zu diagnostischen Zwecken eingesetzt, wie z.B. bei Heimschwangerschaftstests. In Anbetracht des hohen Selektivitätsgrades versuchen Forscher nun auch, MAK bei der Behandlung menschlicher Krankheiten wie z.B. Krebs, Diabetes und HIV einzusetzen. "Derzeit bekämpfen die meisten Arzneimittel nicht nur gezielt die Krankheit, sondern greifen auch gesunde Zellen an, was zu unerwünschten Nebenwirkungen führt", erklärte Dr. Zeidler. "Diese neuen Biomoleküle verhalten sich eher wie Proteine unseres eigenen Körpers und arbeiten viel gezielter, was weniger Nebenwirkungen zur Folge hat." Mit schätzungsweise 120 solcher MAK, die derzeit entwickelt und getestet werden, besteht kein Mangel an in Vorbereitung befindlichen möglichen neuen Behandlungen. Die Kosten für die Herstellung dieser Biomoleküle sind jedoch immer noch sehr hoch und in Anbetracht der Überhandnahme dieser Krankheiten in der Allgemeinbevölkerung reichen die bestehenden Produktionskapazitäten lange nicht aus. Im Rahmen des Integrierten Projekts AIMs sollen diese Probleme nun gelöst werden, indem besondere Aufmerksamkeit auf den Teil des Herstellungsprozesses gelegt wird, in dem die Partner das größte Potential für Kostensenkungen sehen. MAK werden in zwei Phasen hergestellt: Upstream und Downstream. "Beim Upstream-Verfahren werden die Antikörper gebildet, es entsteht jedoch eine Art "Suppe", die auch Target-Biomoleküle und andere Verunreinigungen enthält. Anschließend erfolgt daher die Reinigung und Selektion der Antikörper mittels Downstream-Processing. Auf diese Phase konzentrieren wir uns", erklärte Dr. Zeidler. Bei der noch Biomoleküle enthaltenden "Suppe" können verschiedene Reinigungsschritte angewandt werden, u.a. werden Membranen, Chromatographie- und Extraktionsverfahren eingesetzt. Die effektivste Reinigung von MAK wird im Allgemeinen durch den Einsatz von Target-Molekülen erreicht, die unter dem Namen Liganden bekannt sind. "Im Konsortium befinden sich sowohl Ligandenhersteller als auch Chemietechniker, die sich auf den Reinigungsprozess spezialisiert haben. Durch das AIMs-Projekt werden diese zum ersten Mal auf integrierte Weise zusammengeführt", erklärte Dr. Zeidler gegenüber CORDIS News. Um ihre Arbeit besser durchführen zu können, haben die Partner sechs Unterprojekte innerhalb des IP geschaffen. "Die Forscher von verschiedenen Partnerorganisationen werden manchmal im Labor zusammenarbeiten und manchmal Schulungen in den jeweiligen Fachgebieten der anderen Partner erhalten. Jede Organisation ist jedoch an mehreren Unterprojekten beteiligt, was den Informationsaustausch weiter fördert", glaubt Dr. Zeidler. Außerdem werden wirtschaftssoziologische Studien durchgeführt, um die Auswirkungen der neuen MAK-Behandlungen auf die Lebensqualität der Patienten zu bewerten sowie die allgemeinen dem Herstellungsprozess zugrunde liegenden Bedingungen. Obgleich die Initiative erst am 1. April gestartet wurde, gab Dr. Zeidler an: "Wir haben bereits einige ermutigende Ergebnisse erzielt, zu denen ich allerdings keine Details bekannt geben kann, denn möglicherweise sind hier Fragen des geistigen Eigentums zu berücksichtigen - hoffentlich!" Angesichts der in letzter Zeit geäußerten Kritik gegenüber Integrierten Projekten, insbesondere im kürzlich erschienenen Marimon-Bericht über die neuen RP6-Instrumente, fragte CORDIS News Dr. Zeidler, ob es irgendwelche besonderen Veränderungen in der Struktur des großen Konsortiums gebe. "Für dieses spezifische Forschungsgebiet ist das IP genau das richtige Instrument, da Integration den Schlüssel zum Erreichen unserer Ziele darstellt", antwortete sie. "Die sechs Unterprojekte sind den STREPs [Spezifische gezielte Forschungsprojekte] sehr ähnlich. Ohne den Rahmen des IP würde jedoch nicht der erforderliche Informationsaustausch zwischen den "STREPs" erfolgen." "Die Verwaltung eines so großen Projekts stellt einige Herausforderungen", räumte sie ein, "aber bisher haben wir einen guten Arbeitsweg gefunden". Dr. Zeidler betont den großen Vorteil, den eine einzige Finanzierungsquelle und administrative Anleitung - die Kommission - bei der Arbeit mit 24 Partnern aus so vielen verschiedenen Ländern bietet. Sie ist der Ansicht, dass es derzeit noch zu früh ist, um eine Aussage darüber zu machen, ob genug ihrer Ziele erreicht werden können, um die Initiative über den derzeitigen Zeitrahmen von vier Jahren hinaus zu verlängern. In Anbetracht der frühen Erfolge, die das Konsortium verbuchen konnte, hofft sie jedoch weiterhin, dass das AIMs-Projekt eine wesentliche Rolle dabei spielen kann, sicherzustellen, dass die neuen Therapien so genutzt werden können, dass die größtmögliche Zahl von Patienten, die eine derartige Behandlung dringend benötigt, behandelt werden kann.

Mein Booklet 0 0