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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Frankreich will im Bereich der Biomedizin in Europa führend werden

Frankreich müsse die biotechnologische Revolution nutzen, um eine Führungsposition einzunehmen und sich einen Anteil am wachsenden Markt für biologische Arzneimittel zu sichern, drängte der französische Arzneimittelindustrieverband LEEM. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der L...

Frankreich müsse die biotechnologische Revolution nutzen, um eine Führungsposition einzunehmen und sich einen Anteil am wachsenden Markt für biologische Arzneimittel zu sichern, drängte der französische Arzneimittelindustrieverband LEEM. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der LEEM im Rahmen der Initiative "Biomédicaments 2010" fünf zentrale Vorschläge für den Zeitraum 2002-2015 formuliert, mit denen der französische Biotechnologiesektor gefördert und ausländische Investoren gewonnen werden sollen. "Biopharmazeutika spielen im Bereich der pharmazeutischen Innovation eine immer wichtigere Rolle", erklärt der LEEM in seinem Bericht "Biomédicaments 2010". "Bis 2010 sollten 87 bis 137 aus dem Bereich der Biotechnologie stammende Arzneimittel für Patienten verfügbar sein. Die Biomedizin wird zu diesem Zeitpunkt 12 Prozent des weltweiten Arzneimittelmarktes ausmachen, was einem Umsatz von etwa 100 Milliarden Dollar entspricht. Dieses Wachstum von mehr als 14 Prozent jährlich wird eine Vervierfachung der derzeit weltweit vorhandenen Produktionskapazitäten für Biopharmazeutika mit sich bringen", fügt der LEEM hinzu. Laut LEEM eröffnen sich hierdurch für Frankreich neue Chancen, insbesondere als attraktiver Standort für biopharmazeutische Produktionsanlagen, die bis 2010 errichtet werden müssen, um der weltweiten Nachfrage zu entsprechen. Frankreich im Zuge dieser industriellen Entwicklung ein effizientes und wettbewerbsfähiges französisches Biotechnologienetzwerk aufbauen, glaubt der Verband. Der erste Vorschlag des LEEM sieht vor, Biowissenschaften und Nanowissenschaften zu einer absoluten Priorität im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) zu machen. Angesichts dieses Ziels empfiehlt der LEEM, dass die neue Agence Nationale de la Recherche (Nationale Forschungsagentur) 60 Prozent ihres Budgets (eine Milliarde Euro pro Jahr) für Biowissenschaften sowie Nano- und Biotechnologie ausgeben solle. Zweitens, so der LEEM, brauche Frankreich zwei oder drei Biopole - biotechnologische Exzellenzzentren -, die die akademische, klinische und industrielle Forschung verbinden, um in Schlüsselbereichen eine kritische Masse zu erreichen. Der LEEM plant ein biowissenschaftliches Zentrum im Großraum Paris und ein Zentrum für Nanowissenschaften in Grenoble. Gleichzeitig empfiehlt der LEEM der Regierung, Steuergutschriften für Forscher einzuführen, die an der Entwicklung und Produktion von Biologika arbeiten. Bei der dritten Empfehlung geht es um die Einrichtung eines nationalen Fonds, um die ersten klinischen Prüfungen biopharmazeutischer Produkte in Frankreich zu unterstützen. Die vierte Empfehlung betrifft die Einrichtung finanzieller Mechanismen, um die erforderlichen Investitionen für den Bau neuer Bioproduktionsanlagen zu fördern. Schließlich empfiehlt der LEEM die Einführung eines nationalen Strategieplans, um die Mitarbeitereinstellung und Ausbildung im Biotechnologiesektor anzukurbeln. Der LEEM weist außerdem darauf hin, dass Frankreich zu den größten Arzneimittelherstellern in Europa gehört, jedoch nur sechs biopharmazeutische Produktionswerke besitzt. Obgleich die Einrichtung einer effektiven nationalen Produktion beträchtliche Investitionen erfordern werde (zwischen 250 und 300 Millionen Euro pro Produktionseinheit), könnten auf der anderen Seite fast 3.500 neue Arbeitsplätze über einen Zeitraum von zehn Jahren entstehen, von denen die Hälfte mit hochqualifizierten Wissenschaftlern besetzt werden müsse. "Es sind sofortige und nachhaltige Anstrengungen notwendig, wenn Frankreich die Herausforderung in einem extrem von Wettbewerb geprägten Sektor annehmen und erneut zu den Hauptakteuren im biopharmazeutischen Bereich zählen möchte", schließt der Bericht.

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