Übereinstimmende Forschungsprioritäten der EU und Großbritanniens bei UKRO-Jubiläumsfeier bekräftigt
Die Gemeinsamkeiten zwischen dem derzeitigen Forschungsdenken in Großbritannien und der EU wurden am 23. November anlässlich der Feierlichkeiten zum 20jährigen Bestehen des UK Research Office (UKRO) in Brüssel, Belgien, bekräftigt. Sir Keith O'Nions, Generaldirektor der britischen Forschungsräte, und Achilleas Mitsos, Generaldirektor der GD Forschung der Europäischen Kommission, stellten die Synergien zwischen den Forschungssystemen beider Partner in ihren Ansprachen klar heraus. Wissenschaft und Forschung haben inzwischen sowohl in Großbritannien als auch in der EU eine zentrale Rolle eingenommen, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass die Politiker auf beiden Seiten bemüht sind, die Investitionen in diesen Bereichen zu erhöhen. Während die EU insgesamt versucht, die Forschungsinvestitionen auf drei Prozent des BIP zu steigern, hat sich Großbritannien das Ziel gesetzt, die Forschungsinvestitionen von derzeit 1,9 Prozent des BIP bis 2014, dem Ende des Zehnjahres-Rahmenplans, auf 2,5 Prozent zu erhöhen. "Dies ist eine enorme Aufgabe, die wir nicht unterschätzen sollten", erklärte Sir Keith. "Sie impliziert, dass die Privatwirtschaft ihr Investitionsvolumen um 50 Prozent erhöhen muss, was sehr viel ist, wenn man bedenkt, dass es nur zwei bis drei Sektoren gibt, die wirklich forschungsintensiv sind." Ein weiterer Bereich, der sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich dringend einer näheren Berücksichtigung bedarf, ist die Forschungsinfrastruktur. In Großbritannien wurde ein "Leitfaden für große Einrichtungen" erarbeitet, in dem sowohl die Bedeutung des Erwerbs großer Infrastrukturen anerkannt wird als auch die Tatsache, dass das Land sich auf bestimmte Schwerpunktbereiche konzentrieren muss und nicht an allen Fronten aktiv sein kann. Dr. Mitsos wies darauf hin, dass die Kommission ehrgeizige Pläne im Hinblick auf Forschungsinfrastrukturen habe und erklärte, dass bei Forschungsinfrastrukturen "das vielleicht größte Versagen des RP6" zu verzeichnen gewesen sei, da entsprechende Vorschläge vom Rat abgelehnt wurden. "Wir müssen sicherstellen, dass wir diesen Fehler beim RP7 nicht noch einmal begehen", fügte er hinzu. Beide Redner bekräftigten ihre Unterstützung für den Europäischen Forschungsrat (ERC). Das Konzept weise immer noch Herausforderungen auf, so Dr. Mitsos. Erforderlich seien Finanzmittel sowie eine Klassifizierung dahingehend, wie die aktuelle Forschungsfinanzierung auf EU- und nationaler Ebene ergänzt werden solle. Dr. Mitsos stimmte außerdem mit Sir Keith darin überein, dass der ERC unabhängig sein und sich auf Erstklassigkeit konzentrieren müsse. Sir Keith betonte, dass Großbritannien "uneingeschränkt und zuverlässig hinter dem ERC" stehe und dass die Finanzierung seiner Meinung nach die Forschungskosten möglichst vollständig abdecken sollte. Zu den weiteren Herausforderungen, mit denen sich die Kommission derzeit beschäftigt, gehören nach Aussage von Dr. Mitsos die Sicherstellung eines Gleichgewichts in der kollaborativen Forschung und die "Veränderung dessen, was verändert werden muss", die Verknüpfung von Forschungsprioritäten mit dem Bedarf der Öffentlichkeit und der Industrie sowie die Erhöhung der Mobilität von Forschern. Sir Keith und Dr. Mitsos vertraten im Hinblick auf die Erfolge des UKRO, der Brüsseler Vertretung der britischen Forschungsräte, unterschiedliche Meinungen. Der UKRO wurde als erste Einrichtung seiner Art im Jahr 1984 in Brüssel gegründet. Während Sir Keith die zunehmende Beteiligung britischer Forschungsteams an den EU-Rahmenprogrammen lobte, für die seiner Aussage nach der UKRO verantwortlich ist, wies Dr. Mitsos darauf hin, dass der wichtigste Erfolg des UKRO die Einflussnahme auf "die Sichtweise der EU und die Art und Weise, in der wir die Gegenwart und Zukunft entwerfen" sei.
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Vereinigtes Königreich