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MANUFUTURE: eine Vision für wissensbasierte Herstellung in Europa

Heute trägt das produzierende Gewerbe in Europa etwa 22 Prozent direkt zum BIP der EU bei. Schätzungen zufolge ist jedoch jede Arbeitsstelle in der Produktion mit zwei Arbeitsstellen im mit der Produktion verbundenen Dienstleistungsgewerbe verknüpft, wodurch gewährleistet ist,...

Heute trägt das produzierende Gewerbe in Europa etwa 22 Prozent direkt zum BIP der EU bei. Schätzungen zufolge ist jedoch jede Arbeitsstelle in der Produktion mit zwei Arbeitsstellen im mit der Produktion verbundenen Dienstleistungsgewerbe verknüpft, wodurch gewährleistet ist, dass schätzungsweise 75 Prozent des BIP der EU und 70 Prozent der Arbeitsstellen vom Produktionssektor abhängen. Daher sind viele Analysten der Ansicht, dass ein starker und wettbewerbsfähiger Produktionssektor unverzichtbar ist, wenn Europa bis 2010 zur weltweit wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaft werden soll. In diesem Zusammenhang hat die Kommission eine hochrangige Gruppe von Direktoren aus Forschungsorganisationen und Industrie aufgefordert, eine gemeinsame Vision der Zukunft der Produktion in der EU auszuarbeiten, und sie haben am 6. Dezember den Bericht "MANUFUTURE - eine Vision für 2020" vorgelegt. Die MANUFUTURE-Vision soll ein Werkzeug sein, um die zukünftige Entwicklung des produzierenden Gewerbes in Europa zu lenken, und darunter fällt auch eine strategische Forschungsagenda zur Gestaltung der Produktionstätigkeiten unter den Rahmenprogrammen und anderen Initiativen wie Eureka. Ferner könnte dies zur Schaffung einer "MANUFUTURE-Plattform" ähnlich anderen Europäischen Technologieplattformen (ETP) führen. In ihrem Bericht kam die hochrangige Gruppe zu dem Schluss, dass eine allein auf den Dienstleistungsindustrien basierende europäische Wirtschaft auf lange Sicht nicht überleben kann, aber dass es auch ganz klar notwendig ist, die Produktion von einem ressourcenintensiven Sektor in einen wissensintensiven und innovativen Sektor umzuwandeln. Dies erfordert ein wettbewerbsfähiges Forschungs- und Entwicklungssystem (FuE), das wiederum auf günstigen Rahmenbedingungen, einer Anpassung der Bildungs- und Ausbildungssysteme und dem Zugang zu entsprechenden FuE-Infrastrukturen ruht. Obwohl die Produktion in Europa eine Reihe von Stärken aufweist - beispielsweise die Verfügbarkeit von führenden Forschungseinrichtungen in zahlreichen Mitgliedstaaten und die Einführung der Grundsätze für eine nachhaltige Entwicklung - hat die hochrangige Gruppe auch zwei bedeutende Schwächen aufgedeckt, nämlich vor allem ein im Vergleich zu den USA geringes Produktivitätswachstum und schwache Innovationstätigkeit. Zu letzterem heißt es in dem Bericht: "Der EU mangelt es nicht an neuen Ideen, aber sie kann diese nur schlecht in neue Produkte und Verfahren umsetzen." Daraus ergibt sich, dass die EU weiterhin in Forschung und Innovation investieren muss, um zu versuchen, 1) die Technologien bereitzustellen, die die übrige Welt wünscht, aber nicht unbedingt selbst entwickeln kann, 2) Entdeckungen und geistiges Eigentum zu schützen, um Anreize für Innovation zu bieten, und 3) Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation und Unternehmergeist stimulieren. Wenn diese Bedingungen geboten sind, so sagt die hochrangige Gruppe voraus, wird sich der Sektor in vielerlei Weise verändern. Zunächst wird es den gewünschten Effekt geben, aus dem ressourcenbasierten Sektor ein wissensbasiertes Modell zu machen. In dem Bericht heißt es dazu: "Man schätzt, dass die Produkte 1945 etwa 5 Prozent an wissenschaftlichem Ingenieurswissen enthielten und dass diese Zahl heute bei 16 Prozent liegt. Das Ziel für 2020 sollte mindestens 20 Prozent lauten." Die Industrie wird ihren eindisziplinären Charakter ablegen und zu einem System werden, dass auf vielschichtiger Kompetenz und disziplinenübergreifender Innovation beruht, und die Produktionsmaßstäbe werden vom Makro- in den Mikro- und Nanobereich gehen. Für die fernere Zukunft sieht die Gruppe eine grundlegende Änderung des Produktionswesens: "Längerfristig, vielleicht in 20 bis 50 Jahren, wäre zu wünschen, dass die Wissenschaftler die Probleme der Nachahmung lösen und es dadurch möglich wird, statt der heute von oben nach unten gerichteten Methoden eine Manipulation der Atome und Moleküle von unten nach oben zu betreiben." In Kürze wird eine detaillierte strategische Forschungsagenda veröffentlicht und für die Ermittlung prioritärer Forschungsbereiche für die Zukunft der Herstellung in Europa eingesetzt. Diese Arbeiten würden nach Ansicht der Gruppe durch die Schaffung einer MANUFUTURE-Plattform unterstützt, und der Bericht enthält eine Reihe von Empfehlungen zu deren Struktur: "Die Plattform sollte horizontaler sein als diejenigen anderer ETPs, da sie den gesamten Produktionssektor betrifft [...]. Ihre Hauptaufgabe wäre die Leitung der Bemühungen für Forschung, technologische Entwicklung und Innovation (RTDI oder FTEI) für den Übergang der europäischen Produktion auf politischer und operationeller Ebene." Die hochrangige Gruppe kommt zu dem Schluss, dass "die MANUFUTURE-Vision zwar ein langfristiges Vorhaben ist, dies jedoch nicht ein Hinausschieben ihrer Durchführung rechtfertigen sollte. Daher wird eine Reihe von Durchführungsplänen formuliert, die im Einklang mit der schrittweisen Entwicklung der Forschungsagenda stehen und Akteure und Ressourcen auf den angemessensten Ebenen mobilisieren sollen".

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