Arianespace bringt militärische und wissenschaftliche Satelliten ins All
Arianespace hat den Aufklärungssatelliten Helios IIA für das französische, belgische und spanische Verteidigungsministerium erfolgreich ins All gebracht. Außerdem wurden sechs Mikrosatelliten für verschiedene wissenschaftliche Zwecke in die Umlaufbahn geschossen. Dieser Start stellt die 17. Auftragsmission der bewährten Ariane 5-Trägerrakete dar und gilt als Schlüssel zur Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, die auch Kapazitäten im Weltraum umfassen muss. "Dieser Start ist ein Beispiel für die positive Zusammenarbeit zwischen dem zivilen Sektor (Forschungsministerium) und dem Militär. Er geht über die Grenzen Frankreichs hinaus und ist ein wahrhaft europäisches Projekt�, erklärte der französische Forschungsminister François d'Aubert. Der Militärsatellit Helios IIA, der vom Weltraumbahnhof der Europäischen Raumfahrtagentur in Kourou, Französisch-Guyana, gestartet wurde, soll mindestens fünf Jahre im All funktionstüchtig bleiben und mittels Infrarot- und Lichtkamera Aufklärung für die drei Projektpartner Frankreich, Belgien und Spanien betreiben. Er wird in einer sonnensynchronen Umlaufbahn rund 700 km über der Erde seine Bahnen ziehen. "Der erfolgreiche Helios IIA-Start ist für unsere Weltraumpolitik ein großer Schritt vorwärts�, erklärte die französische Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie. �Der Status einer Weltraummacht ist heute unverzichtbar", fügte sie hinzu und forderte eine verbesserte europäische Kooperation in diesem Bereich. Das französische Militär �wird von zusätzlichen Kapazitäten, präziseren Bildern und kürzeren Reaktionszeiten profitieren", so die Verteidigungsministerin weiter. Der Satellit soll nach Aussage des französischen Verteidigungsministeriums dazu dienen, eine mögliche Verbreitung von Waffen zu überwachen, militärische Operationen vorzubereiten und zu bewerten sowie den Boden für die Steuerung von Marschflugkörpern digital abzubilden. Helios IIA wiegt 4,6 Tonnen und soll in der Lage sein, an jedem Punkt der Erde Objekte zu erspähen, die nicht größer als ein Schulbuch sind. Mithilfe der integrierten Infrarotsensoren wird das französische Militär mit Helios IIA erstmals in der Lage sein, auch nachts Aufklärung aus dem Weltraum zu betreiben. Helios wird von sechs Kleinsatelliten begleitet: vier französische Essaim-Mikrosatelliten, der CNES-Satellit Parasol zur Erforschung des Erdklimas und der spanische Nanosat-01, ein Mikrosatellit zum Test ziviler Technologien. Mit den Essaim-Satelliten sollen neue Technologien in der elektromagnetischen Aufklärung getestet werden, während der Parasol-Satellit die Entwicklung von Wolken und Aerosolen in der oberen Atmosphäre sowie ihre Auswirkungen auf die Erderwärmung und Treibhausgase erforschen soll. Auch mit dem Satelliten Nanosat sollen Veränderungen in der Erdatmosphäre überwacht werden.
Länder
Belgien, Spanien, Frankreich