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Veröffentlichung von Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln im Rahmen von EU-Projekt

Während die USA, Kanada und Argentinien auf mehreren Millionen Hektar Land gentechnisch veränderte Saaten anbauen, wird in der EU nur auf 58.000 Hektar in Spanien insektenresistenter Genmais angepflanzt. Zu den Gründen für diese Differenz zählt die fehlende gesellschaftliche A...

Während die USA, Kanada und Argentinien auf mehreren Millionen Hektar Land gentechnisch veränderte Saaten anbauen, wird in der EU nur auf 58.000 Hektar in Spanien insektenresistenter Genmais angepflanzt. Zu den Gründen für diese Differenz zählt die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von landwirtschaftlicher Biotechnologie in Europa. Um dieses Problem zu lösen, finanzierte die Europäische Kommission das Projekt ENTRANSFOOD, ein thematisches Netzwerk zur Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Grundnahrungsmitteln, das die Diskussion beleben sollte. ENTRANSFOOD wurde unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) finanziert. Im Rahmen des Projekts sollten die Voraussetzungen für die Einführung landwirtschaftlicher Biotechnologieprodukte in einer für die europäische Gesellschaft weitestgehend akzeptablen Weise identifiziert werden. 'Bei ENTRANSFOOD wurde insbesondere die Frage der Sicherheit von Lebensmitteln bewertet, die aus gentechnisch veränderten Grundnahrungsmitteln hergestellt werden. Außerdem wurden Probleme wie Erkennung und Rückverfolgbarkeit sowie die Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber gentechnisch veränderten Grundnahrungsmitteln berücksichtigt', erklärte das Konsortium, das sich aus 65 Partnern aus 13 verschiedenen europäischen Ländern zusammensetzt, einschließlich Vertretern aus der akademischen Welt, Regulierungsbehörden, Lebensmittelherstellern, Einzelhandel sowie Verbraucherverbänden. 'Bei der Risikobewertung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln konzentriert man sich auf gesundheitsschädigende Auswirkungen für Mensch und Umwelt. Die Sorgen der Öffentlichkeit sind jedoch viel breiter gefächert und richten sich nicht nur auf die Risiken, sondern auch darauf, wer profitiert, welcher Bedarf besteht und wie ein Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft geleistet wird. Es ist wichtig, die Bedenken der Öffentlichkeit explizit anzusprechen und neue Methoden für die Beteiligung von Akteuren und für öffentliche Konsultationen zu entwickeln', erklärte ENTRANSFOOD. Bei dem Projekt wurde festgestellt, dass die bestehenden Testverfahren zur Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) effizient sind und gewährleisten, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel, die diesen Test bestanden haben, genauso sicher und nahrhaft sind wie Lebensmittel auf Pflanzenbasis. Allerdings wurde die Empfehlung abgegeben, dass in Zukunft 'basierend auf unserem verbesserten Verständnis der Molekularbiologie, Toxikologie und Ernährung eine weitere Verbesserung der Testverfahren in Erwägung gezogen werden könnte, durch die die Sicherheitsbewertung von Lebensmitteln noch effektiver und aussagekräftiger würde.' Darüber hinaus wurde die Entwicklung neuartiger Verfahren zur Voraussage der Allergenizität von Lebensmittelinhaltsstoffen empfohlen. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die verfahrensbasierte Kennzeichnung sämtlicher Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Saaten enthalten, eine absolute Notwendigkeit sei, um die Ängste der EU-Bürger zu zerstreuen. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Kennzeichnungsanforderungen in der EU unvermeidbar seien. Beispielsweise werde es eine Herausforderung sein, eine internationale länder- und sogar unternehmensübergreifende Einigung über die Normen zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zu erzielen, die aus gentechnisch veränderten Saaten hergestellt wurden oder solche enthalten. In Bezug auf die Erkennung von unerwünschten Wirkungen und den Gentransfer wurde von den ENTRANSFOOD-Sprechern betont, dass es keinen Hinweis auf das wahrscheinliche Auftreten von unerwünschten Wirkungen bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln gebe oder auf ein mit dem Transfer von DNA zwischen Organismen verbundenes Risiko, da DNA nicht toxisch ist. Es wurde jedoch eine Weiterentwicklung und Prüfung der Profiling-Methoden gefordert, bevor diese in Routinerisikobewertungen eingesetzt werden. ENTRANSFOOD empfahl außerdem, den Einsatz von bakterieller DNA bei der Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen so gering wie möglich zu halten, um das Risiko des Gentransfers in die mikrobielle Population des Darms zu reduzieren. Schließlich wurde die Empfehlung gegeben, eine Bewertungs- und Diskussionsplattform zu gründen, in der viele verschiedene Sichtweisen zur neuen Lebensmitteltechnologie zusammengeführt werden, um dem öffentlichen Engagement sowie der Beteiligung an der Debatte über GVO einen formalen Rahmen zu geben.