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GB stellt Plan zur Bekämpfung von HIV/AIDS vor

Nach Aussage des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown würde eine Verdoppelung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) für HIV/AIDS die Entdeckung eines Impfstoffes gegen AIDS um drei Jahre beschleunigen und Millionen Leben retten. In einer Rede in Tansania fordert...

Nach Aussage des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown würde eine Verdoppelung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) für HIV/AIDS die Entdeckung eines Impfstoffes gegen AIDS um drei Jahre beschleunigen und Millionen Leben retten. In einer Rede in Tansania forderte Gordon Brown die westlichen Länder auf, die Mittel für den Kampf gegen HIV/AIDS auf jährlich zehn Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) zur Koordinierung eines internationalen Systems aufzustocken. Dieses würde sicherstellen, dass die von Wissenschaftlern erzielten Durchbrüche "umfassender mit anderen geteilt werden können", und dafür sorgen, dass die von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder in Sexualkundeunterrricht und Krankenhäuser investieren und antiretrovirale Medikamenten kaufen können. Brown erklärte: "Fortschritt kann nicht eine isolierte Initiative bedeuten, sondern wir müssen uns auf Prävention, Heilung, Behandlung, den Ausbau von Fähigkeiten und Strategien gegen die Armut konzentrieren. Die Investitionen in diese Bereiche müssen parallel laufen. Und die Bekämpfung von HIV/AIDS in Entwicklungsländern verlangt von uns, dass wir alle unsere Ressourcen darauf ausrichten." Gordon Brown erläuterte, dass trotz der weiten Verbreitung der Krankheit bisher jährlich nur 75 Millionen Dollar (57,2 Millionen Euro) in die Erforschung eines AIDS-Impfstoffes fließen. Er sagte: "Dies ist angesichts der komplexen wissenschaftlichen Herausforderungen nicht annähernd genug. Es ist allgemein bekannt, dass die notwendigen Beträge mindestens eine Verdoppelung der Mittel für die AIDS-Forschung erfordern. Wenn wir unsere Finanzierung auf heutiger Ebene beibehalten, können wir damit rechnen, dass wir frühestens 2015 - und wahrscheinlich erst 2020, also erst in 15 Jahren - einen teilweise wirksamen Impfstoff, einen, der 40 Millionen Menschen das Leben retten könnte, für die Dritte Welt haben." Nach Ansicht Browns würde der Impfstoff durch eine Verdoppelung der FuE-Ausgaben drei Jahre früher gefunden werden, und er könnte die Behandlungskosten um jährlich 1,5 Milliarden Euro senken und weitere sechs Millionen Leben retten. Nach dem Plan von Brown sollte eine internationale Plattform für die HIV-/AIDS-Forschung nach dem Beispiel derjenigen für das Humangenomprojekt eingerichtet werden. Der britische Minister will diesen Vorschlag im Februar auf einem Seminar in London mit seinem italienischen Kollegen erörtern. Der italienische Finanzminister Domenico Siniscalco hat bereits angekündigt, dass er für das Treffen der G7 (der sieben größten Industrieländer) im nächsten Monat Vorschläge ausarbeiten will. Siniscalco will auch sehen, wie öffentlicher und privater Sektor bei der Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und anderen Technologien zusammenarbeiten könnten. Laut Brown wurden bereits Pharmazieunternehmen angesprochen. Brown beklagte die Tatsache, dass der private Sektor derzeit jährlich nur 86 Millionen Euro für die HIV/AIDS-Forschung ausgibt. Er ist der Ansicht, dass dieser Markt einen Aufschwung braucht. Daher hat Brown den Aufbau eines kommerziellen Markts für HIV/AIDS-Impfstoffe in neuer Form vorgeschlagen. Er will die Pharmaunternehmen zu einer Beschleunigung der Impfstoffforschung ermutigen, indem er die Zusagen westlicher Länder über den Kauf von Impfstoffdosen im Namen der afrikanischen Ländern sichern will. Er stellt sich vor, dass sich die am weitesten industrialisierten Länder verpflichten, selbst die ersten 300 Millionen Impfstoffdosen zu einem Preis von jeweils 15 Euro zu kaufen und somit eine Garantie von 4,5 Milliarden Euro für einen zukünftigen Markt zu schaffen. Brown meinte: "Dies wäre ausreichend Anreiz, größeres Interesse seitens großer und kleiner Pharmafirmen zu schüren." Als Reaktion auf Browns Plan kritisierte die AIDS-Hilfsorganisation Actionaid das primäre Anliegen des Ministers, einen Impfstoff zu finden. Simon Wright von der britischen Sektion erklärte: "Es ist zwar wichtig, die Pharmafirmen zur Entdeckung eines HIV-Impfstoffs zu ermutigen, aber fehlende Mittel für die Behandlung von HIV bedeuten für eine Generation von Menschen das Todesurteil. HIV wütet unter der afrikanischen Bevölkerung und tötet die produktivsten Erwachsenen, die arbeiten, sich um die Kinder kümmern und die Wirtschaft aufbauen sollten. Ein HIV-Impfstoff kommt frühestens in 10 Jahren, Behandlung ist heute notwendig." Brown hat die anderen Länder auch aufgefordert, mehr Mittel "in Höhe von mehreren Milliarden Dollar" für den Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria zur Verfügung zu stellen.

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